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« zurück zur Übersicht Newsletter Nr.1-3/2005 zum ThemaBeratung und Hilfestellung
Dickdarmkrebs - Tipps, die Risiken verringern. Chefarzt Dr. Frick sprach über Vorsorge bei Dickdarmkrebs.
Roding. In Deutschland erkranken mehr als 50.000 Menschen jährlich an dieser bösartigen Geschwulstbildung des Gewebes. Deshalb sollten folgende Ratschläge zur Risikoverringerung beachtet werden: "Es ist empfehlenswert fleisch- und fettreiches Essen zu reduzieren, da zwischen dem westlichen Ernährungstyp und der Verbreitung von Krebs erwiesenermaßen ein direkter Zusammenhang besteht. Im Gegensatz dazu hat faserreiche Nahrung wie Obst oder Gemüse einen positivern Effekt. Körperliche Betätigung senkt das Risiko ebenfalls, durch hohes Übergewicht jedoch wird es fast verdoppelt", so Dr. Frick. Über die Auswirkungen von Alkoholkonsum gibt es noch keine belegten Studien. Auch zur wirksamen Prävention durch verschiedene Medikamente existieren bisher noch keine gesicherten Daten. Um sich dennoch vollkommen abzusichern, werden ab dem 50.Lebensjahr mehrere Früherkennungsuntersuchungen empfohlen. Personen die unter einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden oder einen an Krebs erkrankten nahen Verwandten haben, sind von einem individuell gesteigerten Risiko betroffen und sollten sich auf jeden Fall einer Koloskopie unterziehen. Da der Krebs bei rechtzeitiger Auffindung geheilt werden kann, besteht seit 2002 für alle Versicherten die Möglichkeit einer kostenfreien Vorsorgekoloskopie. Allerdings nutzten dieses Angebot vergangenes Jahr nur 2,1 Prozent aller geeigneten Patienten im Raum Bayern. Selbstbestimmung in letzten Dingen. Richter erklärte die Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.
Runding. Bei einer Vorsorgevollmacht handelt es sich um das Selbstbestimmungsrecht - in Ruhe sterben zu können, wenn mit der modernen Apparatmedizin zwar ein jahrelanges Überleben möglich ist, aber überhaupt keine Heilungschance besteht und die Rückkehr in ein bewusstes Leben ausgeschlossen ist. Da der behandelnde Arzt den Hippokratischen Eid, Leben zu erhalten, verpflichtet ist, aber andererseits im Widerspruch zum Interesse des Patienten steht, befindet sich der Arzt in einem Dilemma. Um diese Situation zu vermeiden, sollte jeder Erwachsene in der so genannten Patientenverfügung seinen "vorletzten Willen" erklären, indem er bindend festlegen kann, dass er unter bestimmten Voraussetzungen keine lebenserhaltenden Maßnahmen wünscht. Die Verfügung sollte nach einer Absprache mit dem Hausarzt bei einer Person des Vertrauens oder der Heimleitung hinterlegt werden. Beim Eintritt des irreversiblen Krankheitsfalls sind Arzt und Pflegepersonal an die Verfügung gebunden. Die Verfügung kann jedoch jederzeit geändert werden, solange der eigene Wille noch geäußert werden kann. Diesen Meinungswechsel muss der Arzt respektieren. Die Patientenverfügung, die Vorsorgevollmacht und die Betreuungsverfügung ermöglichen dem Patienten sein Lebensende, auch ohne bewusstes Erleben, selbst zu beeinflussen.
Für weitere Fragen steht die Betreuungsstelle im Landratsamt zur Verfügung. Das bayerische Justizministerium bietet dazu ebenso eine Broschüre unter der Internetadresse www.justiz.bayern.de an.
Ernährung ohne Verbote. Weg von der Übergewichtigkeit - Vortrag bei den Eltern im Kindergarten.
Die körperliche Übergewichtigkeit ist nicht nur optisch, sondern auch gesundheitlich für viele Menschen zu einem Problem geworden. Die schädlichen Folgen sind z.B. Stoffwechselstörungen, Herz- und Kreislauferkrankungen mit Blutdrucksteigerung, Gefäßschädigungen, Hormonveränderungen und Diabetes II. Die Ursachenforschung hat herausgefunden, dass Essen für uns jederzeit und überall verfügbar ist, die Essensportionen immer größer und kalorienreicher werden, zu wenig Bewegung und auch die Lebensmittelwerbung tragen zu solchen Entwicklung bei. Um die Übergewichtigkeit zu verhindern oder ihr gegenzusteuern sollte man bereits bei der Nahrungszusammenstellung einen guten Anfang machen, indem die Kalorienhaltigkeit überprüft wird. Auch die Wahl von Getränken ist wichtig, besonders vorsichtig sollte man bei den stark versüßten Saftgetränken sein. Regelmäßige Gewichtskontrolle ist ebenso wichtig wie konsequentes Einhalten der Vorgaben zur Gewichtsabnahme. Bedeutsam, aber nicht immer leicht ist es, das erreichte Gewicht zu halten, denn das erreichte Normalgewicht ist die Basis für die Gesundheit. Wertvolle Hilfe bietet die Aktion "Leichter Leben", die auf drei Säulen basiert. 1. Intelligente Ernährung ohne Verbote, sättigen durch kalorienniedrige Nahrungsmittelzusammenstellung. 2. Bewegung nicht als Sportveranstaltung, sondern durch Walking, besonders auch in Gruppen. 3. Psychologischer Aspekt: richtige Motivation, Frustbewältigung, Ernährungserziehung bereits bei Kindern beginnen. "Mit mir nicht!" - wie Nein sagen vor Missbrauch schützt.
Ein Präventionsprojekt an der Neustifter Schule soll Selbstbewusstsein der Kinder stärken - Ziel ist es, Schüler vor sexuellen Übergriffen zu bewahren. Das Selbstvertrauen des Kindes und den Mut zum Nein sagen zu stärken - das sind zwei der Grundlagen des Projekts. In 90 Prozent der Missbrauchsfälle kommen die Täter aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis des Kindes. Experten schätzen, dass ca. 80.000 bis 300.000 Kinder in Deutschland sexuell missbraucht werden, die Dunkelziffer ist hoch. In jeder Klasse gibt es statistisch gesehen ein sexuell missbrauchtes Kind. Besonders gefährdet sind Kinder mit einem geringen Selbstbewusstsein. Den Körper als etwas Besonderes wahrnehmen, der partnerschaftliche Umgang von Jungen und Mädchen ohne Abwertung des anderen Geschlechts, schöne und gute Eigenschaften an sich erkennen - all das wurde in den ersten zwei Sitzungen spielerisch mit den Kindern behandelt. Nein sagen und der Unterschied zwischen guten und schlechten Gefühlen stehen auf dem Programm. Verschiedene Formen des "Neinsagens" in seiner höfflichen und mehr als bestimmten Ausprägung wurden mit den Kindern geübt. Der Vorsitzende des Fördervereins der Schule freute sich über den Verlauf des Projekts: Der Stoff sei mit viel Einfühlungsvermögen aufbereitet. Es sei super, dass man Kinder in diesem Alter für die Thematik sensibilisiert. Man versuche, das jetzt regelmäßig in den dritten Klassen anzubieten. Trotz Rheuma - Schmerz den Alltag meistern. Selbsthilfe stärkt Selbstvertrauen und Eigenverantwortung - Gemeinsam die Isolation abwenden.
Passau. In Deutschland sind über neun Millionen Menschen an Rheuma erkrankt. Eine Selbsthilfe-Gruppe will dort ansetzen, wo professionelle Betreuung endet. Sie will eine Brücke zwischen der fachärztlichen Rheuma-Therapie und dem Alltag der Kranken bauen, die sich nicht selten mit ihrer Diagnose allein gelassen fühlen und an ihren Schmerzen zu zerbrechen drohen. Die Arbeitsgemeinschaft Passau und Umgebung will vor allem die Isolation ihrer Mitglieder verhindern, möchte aber auch möglichst viele, die trotz Schmerzen und Funktionseinschränkungen des Bewegungsapparats ihre Zukunft in die Hand nehmen wollen, auf die Leistungen ihrer Selbsthilfegruppe hinweisen. Rheumatiker müssen ständig gezielt Bewegungsübungen machen, damit die Gelenke nicht versteifen und der Muskelschwund vermieden wird. Dazu werden Trockengymnastik, Wassergymnastik, "Nordic Walking" und vieles mehr angeboten. Es wird auch über persönliche Notlagen und Leidenswege vertrauensvoll gesprochen. Viele Teilnehmer der Gruppenveranstaltung beginnen sich wieder etwas zuzutrauen und ihr Leben neu zu gestalten. Auch heuer will die DRL-Arbeitsgemeinschaft Folgegruppen für ein Funktionstraining zu erschwinglichen Preisen aufbauen, damit auch künftig jedes Mitglied an diesen Übungen zur Verbesserung der Lebensqualität teilnehmen kann.
Ansprechpartner für weitere Informationen über DRL-Selbstinitiative und über das Jahresprogramm mit Patientenseminaren, Arztvorträgen, Gesundheitstraining und geselligen Veranstaltungen, ist Ursula Höcker Tel: 0851-966 77 48 Auch "Supermamis" setzen auf feste Regeln. Familientherapeutin Lisa Deutsch hilft Familien in Not.
Cham. Wir leben in einer recht heilen Welt, aber auch die ist manches Mal gestört - die Gründe sind vielfältig, ebenso unterschiedlich sind die Wege, auf denen Lisa Deutsch die Familien zurück in ein harmonisches Miteinander führt. Das zum Teil verkorkste Beziehungsgeflecht ist jedoch nicht in einer Woche zu reparieren, das ist ein weitaus längerer Prozess. Manchmal reichen zwar schon kleine Anstöße, um eine Besserung herbeizuführen, doch damit ist der Prozess nicht abgeschlossen, die Familie wird über Monate hinweg von der Therapeutin begleitet. Ein fixer Tagesplan kann in vielen Fällen helfen, denn gerade Kinder brauchen Strukturen in ihrem Alltag, sie brauchen feste Zeiten und feste Regeln, um sich orientieren zu können. Die Therapeutin warnt aber davor, den Tagesablauf immer und überall stur einzuhalten, es darf durchaus Ausnahmen geben, jedoch müssen die Kinder auch genau wissen, dass es eben eine Ausnahme ist. Um den überforderten Eltern richtig helfen zu können, ist die Hilfe vom Staat verstärkt gefordert. Die Gesellschaft muss begreifen, dass sie eine Verantwortung für sozial Schwachen hat, denn schwierige Lebensumstände und Geldsorgen können eine Familie erschlagen. Kinderkrebs: Große Heilungschancen.
Cham. Weltweit erkranken jährlich rund 250.000 Kinder an Krebs. In den westlichen Ländern werden über 70 Prozent der erkrankten Kinder dauerhaft geheilt, in der Mehrzahl der Länder aber kommt eine Krebserkrankung beinahe einem Todesurteil gleich. In Deutschland steigt aufgrund der gestiegenen Heilungschancen die Zahl der Erwachsenen, die in ihrer Kindheit oder Jugend wegen einer Krebserkrankung erfolgreich behandelt wurden. Eine "Selbsthilfegruppe Kinderkrebs" in Cham kümmert sich um krebskranke Kinder, die hier mit anderen betroffenen Kindern basteln und spielen können, neue Freunde finden, Lebensfreude neu gewinnen und auch Bücher aus der SHG-eigenen Bücherei ausleihen können. Auch die Eltern solcher Kinder können untereinander Erfahrungen austauschen, einander seelische Belastungen erleichtern, ebenfalls Freunde finden, aber auch sich im Leid gegenseitig begleiten. An jedem ersten Dienstag im Monat, um 16 Uhr finden Treffen für die betroffenen Kinder und Eltern im Chamer Rotkreuzhaus statt. Wer Kontakt aufnehmen möchte, kann sich unter Tel. 09971/1404 bei Ann Schneider gerne melden.
Übrigens: Wer die erfolgreiche "Selbsthilfegruppe" unterstützen will, kann dies mit einer Spende auf das Konto 620 203040 bei der Sparkasse Cham (BLZ 74271020) tun. ADHS - eine neue Zivilisationskrankheit? Symptome der ADHS und Möglichkeiten zur Therapie.
Leistungs- und Verhaltensprobleme bei den Kindern sind oft eine Folge von ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) und das ohne oder mit Hyperaktivität (ADHS). Die Symptome der Krankheit sind: nicht Stillsitzen können, mangelnde Selbstkontrolle, fehlende Organisation, Probleme beim Lesen, schlechte Meinung von sich selbst, schnelle Stimmungsumschwünge oder eine niedrige Frustrationsschwelle. Weitere Kennzeichen stellen Schlafprobleme und häufigere Kopfschmerzen dar, ADS-Kinder sind auch für Infekte sehr anfällig und sind häufig krank. Andererseits können ADSler voller neuer Ideen stecken, kreativ, humorvoll und charmant sein. Schwierigkeiten haben die Betroffenen auch oft beim Zeitgefühl oder bei der Feinmotorik. Die genauen Ursachen sind noch nicht eindeutig klar, es bestehen jedoch Theorien. Es kann an einer Schädigung der Nervenbahnen im Bereich der Halswirbelsäule bei der Geburt liegen, doch meistens gehen die Ärzte davon aus, dass erbliche (genetische) Faktoren die größte Rolle spielen. Als dritte Variante bringen die Experten ins Spiel, dass die Ursache im Umfeld zu suchen ist, also in psychosozialen und familiären Spannungssituationen. Eine Störung im Fettstoffwechsel, falsche Ernährung kann ebenso eine Ursache der Krankheit sein. Eine medikamentöse Therapie ist möglich, dabei werden Mittel zum "Aufpuschen" (für den Antrieb des verträumten Typen) als auch zum "Herabdämpfen" von hyperaktiven Kindern verwendet. Eine oftmals bedenkenlos verschriebene Arznei ist "Methylphenidat", das in den Hirnstoffwechsel und damit in die Aufmerksamkeit sowie Bewegung eingreift. Die Wirkung ist verblüffend, etwa eine halbe Stunde nach der Einnahme des Medikamentes sind die Kinder für Stunden wie ausgewechselt, sie arbeiten konzentriert und haben sich unter Kontrolle. Das Medikament hat jedoch viele und starke Nebenwirkungen. Die betroffenen Eltern dürfen an den erkrankten Kindern nicht verzweifeln, ganz besonders wichtig ist für solche Kinder das familiäre Umfeld: man soll dem Kind zeigen, dass es trotz allem das Beste ist. |