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Newsletter Nr.9/2002 zum Thema
Beratung und Hilfestellung
Schreiner-Innung setzt auf Werbung und moderne Computertechnik
Taufkirchen
(red). Die wirtschaftliche Situation im
Schreinerhandwerk ist schlecht - gerade deshalb aber forderte Obermeister
Hans-Dieter Etzelsbeck alle Kollegen auf, die wenigen Chancen zu nutzen. Die
Schreiner-Innung Eggenfelden traf sich zur Herbstversammlung im Gasthaus Reger
in Taufkirchen. In der Stadthalle Pfarrkirchen haben die heuer ausgelernten
Azubis ihre Gesellenbriefe bekommen. Es seien auch, so der Obermeister, 38
Schreinerlehrlinge darunter gewesen. Im Vorjahr wären es noch gut 50 gewesen,
worin sich die Situation des Schreinerhandwerks widerspiegele.
Betriebe, die ausreichend Gewinn machen, seien die große Ausnahme geworden. Bei
den Banken sei das Schreinerhandwerk schon lange als problematisch eingestuft.
Die Zahl der Insolvenzen werde heuer mit weit über 40 000 Betrieben in
Deutschland einen traurigen Rekord erreichen. 600 000 Menschen werden dann ihre
Arbeit verloren haben.
Das Betriebe-Sterben habe auch nicht nur positive Auswirkungen für die
Überlebenden. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, weil die Beiträge
einzig und allein von der Arbeitgeberschaft erbracht werden, sei das System der
gesetzlichen Unfallversicherung, sprich Berufsgenossenschaften, genauso marode
geworden wie das der übrigen Sozialversicherungssäulen. Der Finanzbedarf der
Berufsgenossenschaft steige, während gleichzeitig die Zahl der einzahlenden
Betriebe zurückgehe. So habe beispielsweise die Süddeutsche Metall-BG ihre
Beiträge von 2001 auf 2002 um 30 Prozent erhöht.
Die Situation, dass Politiker offensichtlich nicht in der Lage seien notwendige
aber schmerzliche Entscheidungen zu treffen, werde durch Jammern nicht besser.
Er halte es mit dem Spruch von Kreishandwerksmeister Karl-Heinz Moser, der
anlässlich der Freisprechungsfeier sagte: "Wenn wir selber nicht mehr an uns
glauben, werden wir auch keine Zukunft haben". Daher gelte es, die wenigen
vorhandenen Chancen offensiv zu nutzen.
Eine Gelegenheit sieht Etzelsbeck in der angelaufenen Werbekampagne des
Schreinerhandwerks. Eine weitere durch die überzeugende Darstellung der
Schreinerprodukte beim Kunden. Hier biete gerade eine professionelle
CAD-Zeichnung dem Kunden eine konkrete Entscheidungshilfe.
Womit der Obermeister beim Thema des Fachvortrages war: "CAD - Die Zukunft im
Schreinerhandwerk". Referent Klaus Stechele von der Firma "theta-group",
Regionalbüro Landshut, informierte über dieses computergestützte Zeichnen.
Arbeiten mit einem CAD-Programm könne im kleinen Schreinereibetrieb weit mehr
sein als nur Arbeitsvorbereitung. Mit wenig Aufwand an Zeit und Geld könne der
Kundenwunsch nach variabler Visualisierung von Inneneinrichtungen erfüllt
werden.
Aus:
Passauer Neue Presse, 2.12.02
Freyunger
Vishay-Werk macht zu
60 Arbeiter betroffen -
Werk Fürstenstein "ungefährdet"
Freyung
(pp/si). Wegen "massiver Auftragseinbrüche" im
Telekommunikationsmarkt schließt der Vishay-Konzern nach eigenen Angaben sein
Freyunger Werk.
Wie Rainer Kropf, Chef der Vishay-Verwaltung für Europa, mitteilt, sei die
Schließung bis Ende 2003 geplant. Davon seien etwa 60 Mitarbeiter betroffen. Ein
Teil von ihnen könne ins Vishay-Werk in Fürstenstein, wo ebenfalls rund 60
Mitarbeiter beschäftigt seien, wechseln. Für den Rest werde ein Sozialplan
erstellt. Vishay hat 1993 die ehemaligen Rödersteinwerke gekauft. In Freyung
werden Kondensatoren hergestellt, in Fürstenstein Kondensatoren-Vorprodukte.
Laut Kropf ist das Fürstensteiner Werk derzeit ungefährdet.
Der Vishay-Konzern hat seinen Stammsitz in den USA. Weltweit beschäftigt er 22
000 Menschen, davon rund 1800 in Deutschland. Der Jahresumsatz 2001 wird mit 1,8
Mrd. Dollar angegeben.
Aus:
Passauer Neue Presse, 3.12.02
Völkl
schließt Rückzug aus Ostbayern nicht aus
Hohe Lohnkosten und
Arbeitszeiten ein Problem - Verhandlungen für mehr Flexibilität mit Betriebsrat
laufen
von Oliver Hausladen
Straubing. Nach der Krise in den Jahren 1996/97 ist der
Sportartikel-Produzent Völkl nach eigenen Angaben mittlerweile wieder klar auf
Wachstumskurs: In diesem Jahr strebt das Unternehmen einen Jahresumsatz von 103
Millionen Euro an, eine Steigerung von 11,2 Millionen im Vergleich zum Vorjahr.
Ob Völkl aber langfristig in der erst 1998 bezogenen neuen Produktions- und
Entwicklungsstätte in Straubing-Sand bleiben wird, sei dennoch nicht sicher.
"Wenn die Kosten für Zeitarbeiter steigen und wir durch Tarifzwänge die
Samstags-Arbeit verringern müssen, müssen wir auch über eine Verlagerung der
Produktion nachdenken", erläutert Dr. Christoph Bronder, Vorsitzender der
Geschäftsführung. "Wir werden aber alles tun, um die Arbeitsplätze hier zu
halten", betont technischer Geschäftsführer Klaus Erdmann.
Das Qualitätsmerkmal "Made in Germany" sei für Völkl sehr wichtig. Allerdings
müsse auch gesehen werden, dass die Lohnkosten in Straubing trotz der
38-Stunden-Woche, zu der sich die Belegschaft 1996 ohne Lohnersatz bereit
erklärte, immer noch um 25 Prozent höher seien als in Österreich, sagt Bronder.
Im Sommer werden Zeitarbeiter
gebraucht
Ein großes Problem seien
auch die Entwicklungen im Bereich Zeitarbeit. In den Sommermonaten, wenn die
Produktion bei Völkl auf Hochtouren läuft, würden Saisonarbeiter gebraucht. "Wir
bieten damit viele Jobs für ungelernte Kräfte an", sagt Bronder. Dies sei
rentabel, weil das Lohnniveau bei Zeitarbeitern derzeit niedriger sei. "Wenn
aber jetzt wie geplant die tarifliche Bezahlung von Leiharbeitern eingeführt
wird, ist das ein Problem", so Bronder. Er kritisierte in diesem Zusammenhang
die rot-grüne Regierung stark: "Mit solchen Maßnahmen werden die
mittelständischen Arbeitsbedingungen in Deutschland gefährdet".
Im Moment laufen Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung, um zu
einer Lösung zu gelangen. "Und ich glaube auch, dass dies gelingen wird", ist
sich Bronder sicher. Die Vorsitzende des Betriebsrats, Marianne Gruber,
bestätigte, dass in der kommenden Woche eine neue Verhandlungsrunde startet.
Über Details der Gespräche wollten sich beide Seiten nicht äußern.
Dass eine Abwanderung ins Ausland nicht immer abzuwenden sei, belegt ein
Beispiel aus Eschenlohe in Oberbayern. Das Werk des Bindungs-Hersteller Marker,
mit dem Völkl eine strategische Partnerschaft hat, hatte bei den Lohnkosten
ebenfalls Probleme. Dort scheiterten die Verhandlungen, das Werk mit 300
Mitarbeitern wurde nach Tschechien verlegt.
Insgesamt aber ist die Entwicklung der Völkl-Gruppe laut Bronder sehr
erfreulich. Der Jahresumsatz sei seit dem Umzug in das neue Werk stetig
steigend, in diesem Geschäftsjahr, das zum 1. März 2003 endet, will das
Unternehmen erstmals die Marke von 100 Millionen Euro Umsatz knacken.
Ski-Marktführer
in drei Ländern
Völkl sei Marktführer im
Skibereich in Deutschland, Italien und der Schweiz. In Kanada, den USA und Japan
sei der Absatz stark nach oben gegangen, der Weltmarktanteil liegt mittlerweile
bei rund zehn Prozent. Rund 70 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Völkl mit
Skiern, der Rest entfällt auf Snowboards, Tennis-Rackets und Ski-Wear. Durch
einen Exportanteil von 75 Prozent sei Völkl so gut es geht unabhängig vom Wetter
einer Region. Das Unternehmen liefert in 40 Länder, darunter auch nicht gerade
ausgesprochene Wintersportländer wie Iran oder Brasilien.
In den vielen Billiganbietern auf dem Wintersport-Markt sieht das Unternehmen
keine Gefahr: Die Marke Völkl stehe für Qualität und innovative Produkte, dafür
seien die Kunden auch bereit, mehr auszugeben, sagt Klaus Erdmann. In der
Wintersaison 1997/98 verkaufte Völkl 270 000 Paar Ski, in der Vorsaison waren es
400 000, in dieser sollen es 420 000 werden.
Als absoluter Verkaufsschlager hat sich die neue Marke "Supersport" entwickelt.
Der "verbotene Rennski", der wegen seiner speziellen Taillierung in offiziellen
FIS-Rennen nicht eingesetzt werden darf, war in der Vorsaison weltweit
ausverkauft. "Hier rechnen wir weiter mit einem erheblichen Zuwachs", sagt
Bronder.
Ebenfalls sehr gut etabliert habe sich die gemeinsam mit Marker entwickelte und
patentierte Motion-Bindung. "Diese aufschiebbare Bindung ist um etwa 680 Gramm
leichter und zudem einfacher zu handhaben", erläutert Vertriebs-Chef Udo
Stenzel.
Entgegen dem Markttrend glaubt Völkl auch im Snowboard-Bereich an eine
Steigerung des Umsatzes. Bei Tennis-Rackets soll die Verkaufszahl von 135 000
auf 150 000 erhöht werden. "Wir versuchen auch, durch Tennis-Camps mit Charly
Steeb den Sport bei Schulen und Sportvereinen populärer zu machen", erläutert
Stenzel. 50 Prozent der Völkl Tennis GmbH gehören Boris Becker, von dessen
Popularität und Kontakten Völkl nach eigenen Angaben stark profitiert.
Ohnehin ist Marketing und Werbung laut Bronder ein wichtiger Garant für den
Erfolg der Marke Völkl. So fahren unter anderem Monika Bergmann, Hilde Gerg und
Sonja Nef Völkl-Ski. "Durch ihre Popularität, ihre Präsenz im TV und ihre
Erfolge kommt die Qualität unserer Produkte sehr gut zum tragen", sagt Bronder.
Aus:
Passauer Neue Presse, 28.11.02
Leader plus bringt dem Kreis bis zu 2 Millionen Euro
Lokale Arbeitsgruppe
Deggendorf kommt bei der zweiten Auswahlrunde zum Zug
von Wendelin Trs
Deggendorf. Jetzt ist auch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Deggendorf zum
Zug gekommen. Bei der zweiten Auswahlrunde der EU-Initiative "Leader plus" wurde
die Bewerbung berücksichtigt. Bis zu zwei Millionen Euro Fördermittel aus
EU-Töpfen kann diese Entscheidung in den Landkreis bringen. Große Freude bei den
Verantwortlichen im Kreis. "Es ist wichtig, dass Geld aus Europa in unsere
Region fließt", reagierte Landrat Christian Bernreiter gestern auf die Kunde aus
dem Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten. Mit bis zu
zwei Millionen Euro werden die Projekte der LAG insgesamt gefördert. "Das gibt
Wirtschaftskraft, Aufträge für unsere Firmen und damit auch Arbeitsplätze",
schaut Gabriele Apfelbeck bereits auf die Verwirklichung der Pläne voraus. Jetzt
seien die einzelnen Gruppierungen gefordert, die 19 angemeldeten Projekte
umzusetzen, so die LAG-Vorsitzende. Ihr 32-köpfiges Team hat die
Grundvoraussetzung geschaffen, dass Deggendorf im zweiten Anlauf zum Zug kommt.
"Jedes einzelne Projekt muss jetzt abgeklopft und die Zuschüsse dafür beantragt
werden", erläutert Maximilian Ertl, Ansprechpartner am Landratsamt, das weitere
Vorgehen. Zunächst müsse auch eine Geschäftsstelle eingerichtet werden. Noch bis
Ende des Jahres, spätestens Anfang 2003, soll alles besprochen sein.
In Bayern können insgesamt 45 Aktionsgruppen an dem EU-Programm teilnehmen. In
einem ersten Auswahlverfahren im Mai hatte die LAG Deggendorf die neunköpfige
Jury aus Wissenschaftlern, Praktikern und Vertretern des Landwirtschafts- sowie
des Wirtschaftsministeriums noch nicht überzeugt. Mit einem überarbeiteten
Konzept hatten die Deggendorfer jetzt Erfolg. "Wir haben auch sehr darum
gekämpft. Ich war selbst einige Male in München", erzählt Bernreiter von den
Bemühungen. Zusammen mit Apfelbeck sieht er die stärkere Bürgerbeteiligung als
eines der Hauptkriterien für den Zuschlag.
Partnerschaften aus Bürgern, Kommunen, Vereinen und Verbänden haben 19 Projekte
in die LAG Deggendorf unter dem Motto "rundherum g'sund, Region Deggendorf -
wo's Land und Leuten gut geht" eingebracht, die es nun zu verwirklichen gilt.
Darunter sind beispielsweise Programme zur Direktvermarktung, ein
Gesundheitslehrpfad, die Verknüpfung des Radwegenetzes oder auch ein Bioweiher.
"Lauter Dinge, die der Region gut tun", freut sich Bernreiter, der aber darauf
hinweist, dass dafür auch kommunale Gelder fließen müssen.
Aus:
Deggendorfer Zeitung, 4.12.02