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Newsletter Nr.3/2003 zum Thema

Unternehmen und Arbeit

  1. Politiker machen Siemens-Arbeitern wenig Hoffnung, in: PNP, Passau-Stadt, 6.3.2003:

    Am Aschermittwoch protestierten 400 Siemens-Mitarbeiter in Passau gegen die Schließung des Siemens-Werkes in Passau-Heining. Befragte Politiker konnten den Betroffenen nur mehr wenig Hoffnung machen, die Schließung ist so gut wie beschlossen. (mehr)


  2. Versicherungsamt hält Sprechtag im Rathaus, in: PNP, Pocking, 6.3.2003:

    Sprechtag für Rentenversicherte in Bad Griesbach, Anmeldung erforderlich (mehr)


  3. Leader-Projekt: "Hier ist das Engagement der Bürger gefragt", in: Deggendorfer Zeitung, 6.3.2003:

    Interview mit der Vorsitzenden des Leader-Projekts Gabriele Apfelbeck über die Chancen des Förderprojekts (mehr)


  4. Was ist Leader?

    Leader ist eine Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union zur innovativen Entwicklung des ländlichen Raums. Dazu entstand die lokale Aktionsgruppe (LAG) im Raum Deggendorf. Zuerst wird Lesder durch die EU finanziell gefördert, dann soll das Projekt sich selbst tragen. (mehr)


  5. Projekt "Donauhanse": Chance für die Donaustädte, in: Deggendorfer Zeitung, 6.3.2003:

    Die Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaftsregion der Donaustädte will durch die länderübergreifenden Projekte gemeinsamer Internetauftritt, Ausbau der Donausmagistrale, und die Donauhanse die Regionen an der Donau fördern. (mehr)


  6. Bisher zwei Ich-AG-Gründer im Grafenauer Land, in: Grafenauer Anzeiger, 6.3.2003:

    Die Idee der Ich-AG setzt sich nur schleppend durch, so gibt es nur 27 Existenzgründer in Ostbayern. Diese können zwischen Überbrückungsgeld und Existenzgründungszuschuss wählen. (mehr)


  7. Huber: Endgültiges Insolvenzverfahren ist eröffnet, in: PNP, Freyung, 6.3.2003:

    Insolvenz des Freyunger Traditionskaufhauses Huber, Austritt von Klaus Huber sen. aus der Werbegemeinschaft Freyung (mehr)


  8. Firma Jander erweitert Betrieb in Kirchberg, in: Bayerwald-Bote, Regen, 6.3.2003:

    Wegen des boomenden Geschäfts von Schweinebesamungsspritzen, Christbaumständern und Bodendübeln vergrößert die Kunststoffverarbeitungsfirma Jander ihre Betriebsanlage in Kirchberg. (mehr)


  9. Mit Hilfe der Ich-AG zur selbständigen Unternehmerin, in: Viechtacher Bayerwald-Bote, 6.3.2003:

    39-jährige Arbeitslose gründet Änderungsschneiderei in Zwiesel (mehr)


  10. "Missmanagement oftmals Schuld an Insolvenz", in: PNP, Freyung, 7.3.2003:

    Meist sind fehlende Fähigkeiten und ein unterentwickelter Bereich Rechnungswesen statt Politik, Konjunktur und Banken schuld an Insolvenzen. Wirtschaftsjuniorentreffen zu diesem Thema im insolventen Hotel Bierhütte (mehr)


  11. Entgegen dem Trend: Freyunger Kunststoffwerk Seaquist Löffler will heuer 18 Azubis einstellen, in: PNP, Freyung, 7.3.2003:

    Dieses Jahr wird das Unternehmen 18 neue Azubis einstellen, um zu signalisieren, dass die Jugend in der Region durchaus noch eine Zukunft hat. Als neuer Berufszweig wird der Mechatroniker neu eingeführt. (mehr)


  12. Fast 2400 ohne Job: Frostige Zeiten am Arbeitsmarkt dauern weiter an, in: Grafenauer Anzeiger, 7.3.2003:

    Arbeitslosigkeit nimmt zu, Grafenau hat höchster Arbeitslosenquote (mehr)


  13. Zurück in den Beruf: Viele Hürden für Frauen, in: PNP, Passau-Stadt, 7.3.2003:

    Diskussionsrunde von Betroffenen und Politikerinnen – Ziel des vhs-Projekts: Wissen und berufliche Kenntnisse vermitteln, verbesserte Kinderbetreuung ermöglichen (mehr)


  14. 12,1 Prozent Arbeitslosenquote - Frost sorgt für Frust, in: PNP, Passau-Stadt, 7.3.2003:

    weiterhin Anstieg der Arbeitslosenzahlen in der Region (mehr)


  15. Siemens: Clement setzt sich bei von Pierer für Passau-Werk ein, in: PNP, Passau-Stadt, 7.3.2003:

    Nach scharfen Diskussionen am Politischen Aschermittwoch bat Bundesminister Clement den Siemens-Boss von Pierer um ein positives Signal für Passau (mehr)


  16. Kein Lichtblick auf dem Arbeitsmarkt , in: Bayerwald-Bote, Regen, 7.3.2003:

    Talfahrt auf Arbeitsmarkt geht weiter - alle Berufsgruppen betroffen (mehr)


  17. Regens Gewerbeflächen: attraktiv, aber teuer; Metten - leer und teuer, in: Bayerwald-Bote, Regen, 7.3.2003:

    Quadratmeterpreise im Vergleich (mehr)


  18. Informationen über das Teilzeit- und Befristungsgesetz, in: Grafenauer Anzeiger, 10.3.2003:

    Vortrag zum Thema "Teilzeit- und Befristungsgesetz" in der vhs Grafenau (mehr)


  19. Veranstaltung mit dem Thema Börsenkrach-Wirtschaftskrise?, in: Grafenauer Anzeiger, 10.3.2003:

    Vortrag zum Thema "Börsenkrach – Wirtschaftskrise – Kommt der Zusammenbruch?" in Zwiesel (mehr)


  20. Ich-AGs nur Übergangslösung, in: PNP, Passau-Stadt, 10.3.2003:

    Diskussionsforum zum Internationalen Frauentag in der AOK - Trotz Hartz-Gesetze immenser Handlungsbedarf (mehr)


  21. Erhalt des Siemens-Standorts würde Millionen kosten, in: PNP, Passau-Stadt, 10.3.2003:

    Schließung des Heininger Siemens-Werks unabwendbar (mehr)


  22. Touristiker auf Informationstour, in: PNP, Passau-Land, 10.3.2003:

    "Roas" des Vereins für Touristik, Hauzenberg, beschließt Informationszentrale für Touristen (mehr)


  23. Millionen verdient - warum macht Siemens dann in Heining dicht?, in: PNP, Passau-Stadt, 11.3.2003:

    Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region als "moralische Pflicht", Anfrage zum Thema im Landtag (mehr)


  24. Aktionstag am Arbeitsamt: Viele Infos für Behinderte, in: PNP, 11.3.2003:

    Information über berufliche Aus- und Weiterbildung, Umschulung, finanzielle Hilfen oder arbeitsmedizinische Beratung für Arbeitnehmer und für Arbeitgeber (mehr)


  25. IG Bau: Kündigungsschutz-Debatte "voll daneben", in: PNP, Passau-Land, 11.3.2003:

    Anlässlich der Jahrfeier des IG-Bau Ortsverbands Tittling wurde heftig über Aktuelles diskutiert und das 30-jährige Jubiläum von Josef Kaiser gefeiert. (mehr)


  26. Mit neuem Prospekt gegen sinkende Gästezahlen, in: Bayerwald-Bote, Regen, 11.3.2003:

    Bischofsmaiser Gemeinderat befasste sich mit neuem Touristenprospekt, das bei der Vermieterversammlung vorgelegt werden soll. (mehr)


  27. Hartz&Co.: Das Arbeitsamt informiert, in: Bayerwald-Bote, 11.3.2003:

    Info-Hotline der Bundesanstalt für Arbeit zum Hartz-Konzept (mehr)


  28. Öffentlicher Dienst: Infos für Abiturienten, in: Bayerwald-Bote, 11.3.2003:

    Informationsveranstaltung zum Thema "Berufsfeld öffentlicher Dienst" für Abiturienten und Hochschüler in Deggendorf (mehr)


  29. Das Finanzamt informiert: Mini-Jobs ohne Freistellung, in: Viechtacher Bayerwald-Bote, 11.3.2003:

    Positive Pressearbeit des Finanzamts mit dem Ziel, die Distanz zum Bürger zu verringern und um über Neuerungen im Steuerrecht zu informieren. (mehr)


  30. Optimistische Prognosen bei Ludwig Ortmeier GmbH,

    Umsatzsteigerung und Schaffung weiterer Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der Passauer Ludwig Ortmeier GmbH (mehr)


  31. K&L Ruppert setzt auch in Ostbayern mehr um, in: PNP-Online, 11.3.2003:

    Der Familienbetrieb K&L Ruppert verzeichnet steigende Verkaufszahlen (mehr)


  32. Handwerk sieht Ostbayern in großer Gefahr, in: PNP, 8.3.2003:

    Viele Betriebe können sich wegen der miserablen Wirtschaftslage nicht auf die EU-Erweiterung vorbereiten. Daher ist ein schneller Wandel der Wirtschaftspolitik nötig, um ein Ende der Konjunkturkrise herbeizuführen. Der Wirtschaft geht es so schlecht wie seit 40 Jahren nicht mehr. (mehr)


  33. Eine Firmengründung ist nicht leicht..., in: PNP, 8.3.2003:

    Bad Birnbacher erzählt von den Schwierigkeiten auf seinem Weg zur Selbständigkeit (mehr)


  34. IHK: Die Region fühlt sich von Schröder allein gelassen , in: PNP, 8.3.2003:

    Probleme und Befürchtungen der Grenzregion Ostbayern scheinen hinsichtlich der EU-Osterweiterung nicht ausreichend beachtet (mehr)


  35. Bisher lediglich 27 Ich-AG-Gründer in Ostbayern, in: PNP, 4.3.2003:

    In Ostbayern stehen 50 000 Arbeitslose 2 800 freien Stellen gegenüber. Für solche Verhältnisse soll die Hartz-Reform Abhilfe schaffen: Die Personal-Service-Agenturen sind unabhängige Verleihfirmen für Arbeitslose. In Job-Centern werden Arbeits- und Sozialämter zusammengelegt und die Ich-AG läuft auch gerade an. Zusätzlich steigen die Zumutbarkeitsanforderungen an Singles, die Vermittlerzahlen und es werden Bildungsgutscheine vergeben. (mehr)


  36. Kleiner Lichtstreif am trüben Konjunkturhimmel, in: PNP, 1.3.2003:

    Leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Stimmung in Ostbayern trotz des fehlenden Vertrauen in Zukunft (mehr)


  37. Tourismus: Freyung beklagt ein Minus von 12 %, in: PNP, Freyung, 12.3.2003:

    Die Übernachtungszahlen in Freyung gehen weiter zurück – Freyunger Urlauber am unzufriedensten (mehr)


  38. Vortrag über "Ich-AG" und Existenzgründer,

    Vorträge des FDP-Kreisverbands zu den Themen "Existenzgründung", "Ich-AG" und "Wirtschaftsförderung" (mehr)


  39. Gut informiert in schwierigen Zeiten: Seminarreihe für den Mittelstand, in:Bayerwald-Bote, 20.3.2003:

    Sechs Seminare für den Mittelstand zu Themen wie "Erfolgreiche Verhandlungsführung und Konfliktmanagement" "Beschwerdemanagement", "neues Schadensersatzrecht", "neues Arbeitsrecht", "Kostenmanagement" und "Konfliktgespräch" (mehr)


Politiker machen Siemens-Arbeitern wenig Hoffnung

400 Männer und Frauen protestierten vor der Nibelungenhalle - Resolution an Staatsminister Erwin Huber übergeben

von Susanne Kargus
und Elke Zanner

"Manager sind Nomaden. Wenn sie abgegrast haben, ziehen sie weiter." "35 Jahre glücklich mit meiner Siemens Familie - jetzt mit 49 verstoßen." 400 Männer und Frauen - Siemens-Beschäftigte, Mitglieder von IG Bau und Metall sowie Arbeiter der Zahnradfabrik - zogen gestern vor der Aschermittwochs-Kundgebung der CSU vom Europaplatz zur Nibelungenhalle, protestierten gegen die Schließung des Siemens-Werks in Heining.
Sie schwenkten rote IG Metall-Fahnen oder Transparente, machten ihrem Ärger mit Sprüchen auf Plakaten Luft, wehrten sich mit Pfiffen gegen den Abbau von 230 Arbeitsplätzen, verteilten Flugblätter. "Wir wollen auf unsere Situation und die Konsequenzen der Schließung aufmerksam machen, die Politiker zum Handeln bewegen. Wir alle hoffen, dass das Werk und unsere Stellen erhalten bleiben", erklärte Josef Hofbauer, Betriebsratsvorsitzender des Passauer Siemens-Werks.
Er übergab eine Resolution an Staatsminister Erwin Huber, bat ihn und Ministerpräsident Edmund Stoiber um Unterstützung. Ein Teil der Siemens-Belegschaft machte zudem vor dem Wolferstetter Keller in Vilshofen mobil, wo Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement für die SPD sprach.
"Die Schließung des Werks ist wohl leider beschlossene Sache. Wir wollen dennoch ein Zeichen setzen", brachte Alfred Köberl die Meinung vieler Siemens-Mitarbeiter auf den Punkt. "Der Standort Passau muss erhalten und restrukturiert werden", forderte Bernhard Roos von der IG Metall. Es werde so oft von der Aufsteigerregion Niederbayern gefaselt. "Dabei haben wir hier auf dem Arbeitsmarkt die Krise schon, von der andere erst reden."
Dr. Mark Derbacher, Pressesprecher des Siemens-Konzerns, zeigte Verständnis für den Protest der Beschäftigten. "Der Abbau von Arbeitsplätzen und die Schließung eines Werks sind aber immer der allerletzte, schwere Schritt, nachdem alle Alternativen geprüft wurden."
Staatsminister Erwin Huber (CSU) zeigte sich "sehr betroffen", machte den Siemens-Beschäftigten aber wenig Hoffnung: Die Bayerische Staatsregierung habe bereits die Siemens-Vorstandschaft kontaktiert, aber nur eine negative Reaktion bekommen. "Hier muss auch die Bundesregierung aktiv werden", betonte Huber. Der Standort Passau sei wichtig für den ostbayerischen Raum, die Siemens-Mitarbeiter leisteten großartige Arbeit.
Stoiber zeigte in seiner Rede Verständnis für die Sorgen der Siemens-Mitarbeiter. Wenn er allerdings mit Appellen zur Arbeitsplatzerhaltung zu einem Vorstandschef komme, verweise dieser darauf, dass die Produktion in anderen Ländern nun einmal günstiger sei. Insofern liege der Schlüssel für die Lösung solcher Probleme nicht in Passau und München, sondern bei der Bundesregierung in Berlin.
MdL Dr. Gerhard Waschler, der gestern als Vertreter der Region Grußworte sprach, machte sich neben der Bahnanbindung Ostbayerns und dem Ausbau der A 94 ebenfalls für den Erhalt des Siemens-Werks in Passau stark: Die Firma sei weltweit bekannt. Es sei auch eine moralische Verpflichtung, diese Arbeitsplätze zu erhalten. "Die Bundesregierung soll gehen, Siemens bleiben", meinte Waschler.
Wolfgang Clement (SPD) erklärte in Vilshofen, dass er das Unternehmen auf die Schließungspläne ansprechen werde, versprechen wolle er aber nichts. "Aber diskutieren Sie das bitte auch mit Herrn Stoiber, da müssen regionale Mittel investiert werden", riet Clement den verunsicherten Siemens-Mitarbeitern. Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Annette Romankiewicz (45) aus Neukirchen am Inn war zufrieden, dass Clement sich einige Minuten Zeit zur Diskussion nahm, blieb jedoch kritisch: "Er alleine kann da auch nix erreichen. Die Politiker bekriegen sich gegenseitig, anstatt das Problem Arbeitslosigkeit in die Hand zu nehmen. "

aus: PNP, Passau-Stadt, 6.3.2003

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Versicherungsamt hält Sprechtag im Rathaus
Bad Griesbach (red). Das Staatliche Versicherungsamt des Landratsamtes Passau hält am Donnerstag, 20. März, von 13 bis 16 Uhr einen Sprechtag für Rentenversicherte im Rathaus von Bad Griesbach. Dabei erteilt das Amt Auskünfte zu allen Fragen aus dem Sozialversicherungsrecht, zum Beispiel zu Rente, 325-Euro-Jobs, Grundsicherung sowie Versicherungspflicht von Selbständigen und Handwerkern. Im Rahmen der verfügbaren Zeit werden auch Anträge an die Rentenversicherungsträger entgegengenommen. Eine Anmeldung für den Sprechtag ist möglichst bald unter Tel. 08532/79222 erforderlich. Mitzubringen sind die entsprechenden Unterlagen sowie der Personalausweis.

Aus: PNP, Pocking, 6.3.2003

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Leader-Projekt: "Hier ist das Engagement der Bürger gefragt"

Interview mit Gabriele Apfelbeck, Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe, über die Chancen des Förderprogramms

Deggendorf (ab). Das EU-Programm "Leader Plus" soll dem Landkreis bis zu zwei Millionen Euro bringen. Gefördert werden gute Ideen und kreative Projekte, die die Region voranbringen. "Hier ist auch das Engagement der Bürger gefragt", sagt Gabriele Apfelbeck aus Buchhofen. Welche Chancen die Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe im Leader-Projekt sieht, erzählt sie im Interview mit der DZ.   Sie betreiben eine Landwirtschaft, sitzen im Kreisrat und sind im örtlichen Kulturverein aktiv. Warum engagieren Sie sich auch noch für das Leader-Programm?

Die EU vergibt Fördermittel, die auch unserer Region zugute kommen können. Das muss man ausnützen. Wäre doch schade um das Geld. Wir haben mit unserem Kulturverein auch von Leader profitiert. Es gibt den Bürgern Anstoß, etwas für ihre Umgebung zu tun. Ich finde das eine gute Sache.
  Was ist das für ein Projekt, das Sie durchgeführt haben?

Die Kulturwirtschaft in Ottmaring. Wir haben aus unserer alten Dorfwirtschaft eine neue Begegnungsstätte gemacht. Das Haus ist jetzt Wirtschaft, Landjugendheim, Vereinsheim, Pfarrheim und Kulturhaus in einem. Unser Verein, der das Haus betreibt, hat mittlerweile 90 Mitglieder, die viel Eigenleistung in das Projekt gesteckt haben.
  Ist das das Ziel von Leader?

Eigentlich schon. Jeder kann sich mit seinen Ideen einbringen. Da fließt auch der Agenda-Gedanke mit ein. Bisher sind zwar die meisten Projekte, die wir in der Lokalen Aktionsgruppe gesammelt haben, unter kommunaler Trägerschaft. Das muss aber nicht sein. Auch Privatpersonen haben eine Chance, gefördert zu werden. Vor kurzem hat mich eine Frau angesprochen, die einen Kräuterlehrgang aufbauen will.
  Das klingt alles sehr gut. Wo ist der Haken?

Der Haken liegt in der Co-Finanzierung. Maximal 50 Prozent werden von der EU gefördert. Den anderen Teil muss man selber aufbringen. Oft springen da natürlich die Kommunen ein, die haben aber derzeit auch kein Geld. Da wird es natürlich schwierig, die nötigen Mittel aufzutreiben.
  Was gibt es für Alternativen?

Private Sponsoren wie Unternehmen. Uns haben damals auch die Diözese und die Pfarrei unterstützt.
  Förderung mit EU-Mitteln - das klingt nach großem bürokratischen Aufwand?

Wo Fördermittel vergeben werde, wird natürlich auch geprüft, wofür die Gelder verwendet werden. Auch bei Leader gibt es ganz genaue Vorschriften. Es ist alles etwas schwammig, was aber nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. So passt auch viel in das Programm rein. Es wird aber sicherlich auch passieren, dass das eine oder andere Projekt abgelehnt wird, weil es den Kriterien nicht entspricht. Es kann etwas dauern, bis der Antrag genehmigt ist. Die Abwicklung läuft dann erfahrungsgemäß recht zügig.
  Wie ist der Stand der Dinge?

Wir haben etwa 20 Projekte, die darauf warten, umgesetzt zu werden (siehe Infoartikel). Wir stehen in den Startlöchern. Wir müssen jetzt eine Geschäftsstelle für die Leader-Projekte einrichten und besetzen. Die Ausschreibung für den Regionalmanager wird demnächst erfolgen. Der- oder diejenige hat dann die Aufgabe, die Projekte voranzutreiben.

Aus: Deggendorfer Zeitung, 6.3.2003

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Was ist Leader?

Leader ist eine seit 1991 bestehende Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union zur innovativen Entwicklung des ländlichen Raums. In Bayern stehen insgesamt rund 58 Millionen Euro zur Verfügung. Die Federführung liegt beim Landwirtschaftsministerium.
In der Region Deggendorf hat sich eine 32-köpfige Lokale Aktionsgruppe (LAG) gebildet. Dazu gehören etliche Bürgermeister, Vertreter des Landratsamts, des Arbeitsamts, des Tourismusverbands und des Bauernverbands. Der Kreisjugendring ist mit dabei, der Naturpark und auch die Klöster. Vorsitzende ist Kreisrätin Gabriele Apfelbeck (siehe Interview). Gemeinsam haben sie ein regionales Entwicklungskonzept erstellt. Rund 20 Projekte stehen bereits auf dem Papier. Die EU-Förderung dient nur als "Anschub". Später sollte sich das Projekt von selber tragen. Max Ertl vom Landratsamt gibt Beispiele:

·  Grüne Mitte zwischen Plattling und Deggendorf: Im Raum Natternberg soll ein Freizeit- und Erholungszentrum entstehen. Auch Privatunternehmen und Vereine sind hier gefragt.

·  Treffpunkt Dorfplatz: Die Dorfmitte soll wieder zentraler Kommunikationsort werden. Zu diesem Thema soll ein Wettbewerb ausgelobt werden, an dem sich die Bürger beteiligen können. In Eigenregie ein Bürgerhaus bauen, einen Spielplatz errichten oder einfach nur eine Bank aufstellen - Möglichkeiten gibt's da viele.

·  Direktvermarktungsführer im Internet: Die Plattform soll Interessierten Auskunft darüber geben, welche Landwirte wo welche Produkte ab Hof verkaufen.

·  Streuobst-Erlebnispfad in Lalling und Hunding unter dem Motto "Kunst in der Natur".

·  Schaufling will das Ruselgebiet aktivieren. Eine Idee ist ein Trimm-Dich-Erlebnispfad.

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Projekt "Donauhanse": Chance für die Donaustädte

Arbeitsgemeinschaft will bei EU-Projekt mitmachen

Deggendorf (dz). Die Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaftsregion Donaustädte (Wirtschaftsförderungsämter der Städte Regensburg, Straubing, Deggendorf, Passau und Linz) traf sich vor kurzem in Deggendorf. Bei der Sitzung wurde unter anderem beschlossen, an einem neuen Internetauftritt zu arbeiten. Die Adresse: www.donaustaedte.com. Mit Projekten, die diese länderübergreifende Region an der Donau noch bekannter machen sollen, versucht man, der wirtschaftlichen Rezession entgegenzusteuern und verbesserte Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen. Darüber hinaus arbeitet die Arbeitsgemeinschaft an einer Resolution, die den Ausbau und die Verstärkung der Donaumagistrale (im Schienenverkehr) als bedeutende europäische Verkehrsachse zum Ziel hat. Wesentlichster Punkt ist hier die Bahnverbindung von Nürnberg über Regensburg, Straubing, Plattling, Passau nach Linz als multimodale TEN-Strecke in das transeuropäische Verkehrsnetz aufzunehmen und als solche im Hinblick auf die bevorstehende EU-Osterweiterung umgehend zu deklarieren.
Medienberichten, aber auch inoffiziellen Informationen sei zu entnehmen, dass seitens der Deutschen Bahn unter Umgehung des Wirtschaftsraumes entlang der Donau bezüglich des Ausbaues der Hochleistungsstrecken der transeuropäischen Netzwerke (TEN) der Nord-Süd-Route im Weg über München und Salzburg und weiter über Wels, Linz nach Wien höheres Augenmerk geschenkt wird, obwohl nachweislich trotz Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit das zeitliche Manko der längeren Strecke gegenüber der direkten Verbindung auf der Donaumagistrale nicht ausgeglichen werden kann. Die dafür genannten technischen Gründe erscheinen der Arbeitsgemeinschaft "überprüfungswürdig".
Ein wesentliches Anliegen von OB Anna Eder ist der Erhalt und langfristige Ausbau der Waldbahnlinie Plattling – Deggendorf - Bayerisch Eisenstein. Diese sei nicht nur als Zubringer aus dem Bayerischen Wald für die TEN-Strecke wichtig, sondern stelle auch die kürzeste Bahnverbindung zwischen München und Prag dar.
Das Hauptaugenmerk wird dieses Jahr auf das EU-Projekt "Donauhanse" zusammen mit Österreich und der Slowakei gelegt. Für den süddeutschen Bereich wurde die ARGE Wirtschaftsregion Donaustädte als Leadpartner vom Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen ausgewählt.
Anfang März findet in Györ (Ungarn) eine internationale Sitzung statt, bei der die weitere Planung besprochen wird. Dr. Wolfgang Hofmann vom Wirtschaftsservice der Landeshauptstadt Linz wird die Wirtschaftsregion Donaustädte bei dieser Sitzung vertreten.

Aus: Deggendorfer Zeitung, 6.3.2003

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Bisher zwei Ich-AG-Gründer im Grafenauer Land

Zwei Frauen haben sich als Fotografin und Kinderbuchautorin selbstständig gemacht - Drei Jahre lang Zuschüsse

von Bettina Maier
Grafenau.
Zumindest im Kampf um den Titel "Unwort des Jahres" hat sich die Ich-AG im vergangenen Jahr erfolgreich durchgesetzt. Sonst aber scheint dieser neue Weg aus der Arbeitslosigkeit noch nicht allzu viele Interessenten gefunden zu haben: In ganz Ostbayern gibt es bisher 27, im Bereich des Arbeitsamtes Grafenau lediglich zwei Ich-AG-Gründer. Eine davon ist Hildegard Greiner aus Grafenau: "Ich habe den Fotoladen meiner Schwester übernommen", erzählt sie. Diese führte das Geschäft seit 1969, Hildegard Greiner war seit 1980 bei ihr angestellt.
"Als sich meine Schwester entschloss, das Geschäft aufzugeben, wurde ich arbeitslos" erzählt sie. Nur durch die dreijährigen Zuschüsse der Ich-AG war Hildegard Greiner bereit, das Geschäft zu übernehmen. "Natürlich muss ich einiges investieren, sei es in Digitalkameras oder in neue Computer", berichtet sie. "Ohne den Existenzgründungszuschuss wäre das nicht zu schaffen". Die Fotografin freut sich auf ihre Tätigkeit als Selbstständige. "Die Bearbeitung im Arbeitsamt ging sehr schnell", berichtet sie. "Nach einer Woche war der Antrag durch".
Auch Ingrid Bollin aus St. Oswald hat eine Ich-AG gegründet und sich als Autorin selbstständig gemacht. "Mit Mitte 40 ist man in der freien Wirtschaft nicht mehr sonderlich gefragt", begründet sie ihre Entscheidung.
Vor zwei Jahren hat Ingrid Bollin bereits hobbymäßig ein Kinderbuch mit dem Titel "Der kleine Igel sucht ein Winterquartier" geschrieben. Jetzt arbeitet sie bereits an ihrem neuen Buch, das fast schon fertig ist. "40 bis 50 Seiten fehlen noch", berichtet sie. "Dann muss ich mich auf die Suche nach einem Verlag machen".
Durch die Gründung einer Ich-AG kann man sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen. "Als Zuschuss gibt es im ersten Jahr 600, im zweiten 360 und im dritten 240 Euro vom Staat", erklärt Johann Völk, Leiter des Arbeitsamtes Grafenau. Die Gründer sind während des Bezuges dieser Leistung in den Schutz der gesetzlichen Rentenversicherung einbezogen und haben Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung.
Aber: Die Ich-AG-Gründer dürfen nicht mehr als 25 000 Euro im Jahr verdienen. Außerdem dürfen keine Angestellten beschäftigt werden, nur mithelfende Familienangehörige. Die Voraussetzungen sind, dass bereits Arbeitslosengeld oder -unterstützung bezogen wurde und es sich um eine gute Geschäftsidee handelt.
Antragsformulare gibt es beim Arbeitsamt. Die Interessenten müssen eine Reihe von Fragen beantworten und ihre Geschäftsidee beschreiben. Hat diese Aussicht auf Erfolg und sind alle Voraussetzungen erfüllt, wird der Antrag bewilligt.
Als Alternative zum Ich-AG-Zuschuss kann nach wie vor das Überbrückungsgeld gewährt werden. Beide Leistungen dürfen aber nicht zugleich bezogen werden. "Es ist ein Rechenexempel. Jeder muss für sich entscheiden, was günstiger ist", betont Johann Völk.
Beide Möglichkeiten haben die gleiche Zielsetzung, aber unterschiedliche Zwecke und Fördervoraussetzungen. So dient das Überbrückungsgeld der Sicherung des Lebensunterhaltes in den ersten sechs Monaten der Selbstständigkeit, während der Existenzgründungszuschuss zur sozialen Sicherung während einer bis zu dreijährigen "Startphase" verwendet wird.

Aus: Grafenauer Anzeiger, 6.3.2003

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Huber: Endgültiges Insolvenzverfahren ist eröffnet

Gläubigerversammlung entscheidet am 17. März, wie das Modehaus nun "abgewickelt" werden soll

Freyung (bha). Seit Montag stehen die Kunden des Modehauses Huber vor verschlossenen Türen. Zwar sind die Schaufenster noch schön ausgestattet, doch die Eingänge sind fest verbarrikadiert. Das Traditions-Unternehmen der Familie Huber gibt es nicht mehr. Am 1. März wurde offiziell das endgültige Insolvenzverfahren eröffnet.
Das Amtsgericht Passau hat wie erwartet den Fürstenzeller Rechtsanwalt Herbert Spittler damit beauftragt, das Insolvenzverfahren abzuwickeln. Er hat auch das bisherige vorläufige Insolvenzverfahren schon geleitet.
Wie es mit dem Modehaus am Freyunger Stadtplatz weitergehen wird, entscheidet sich am Montag, 17. März. Dann kommt die Gläubigerversammlung zum so genannten "Berichts-Termin" zusammen. Rechtsanwalt Herbert Spittler wird den Gläubigern berichten, was bisher passiert ist, wie die finanzielle Lage ausschaut und wie er die Zukunftsperspektiven für das Modehaus einschätzt.
"An diesem Tag entscheiden dann die Gläubiger, ob und wie die Wertgegenstände verwertet werden", sagt Herbert Spittler juristisch nüchtern. Unter die "Wertgegenstände" fallen das Gebäude, die Ware, die Einrichtung und eventuell noch vorhandenes Geld - alles gehört zur "Insolvenzmasse".
Nach Auskunft von Herbert Spittler gibt es mehrere Möglichkeiten: Es könnte einen Räumungsverkauf geben, es könnte aber auch ein Interessent den gesamten Warenbestand aufkaufen. Auch die weitere Verwendung des Gebäudes am Freyunger Stadtplatz steht zur Diskussion.
Was letztendlich mit Ware und Gebäude passiert, liegt nun in der Hand der Gläubiger - also in erster Linie der Banken. Herbert Spittler wünscht sich, dass das Verfahren möglichst schnell abgeschlossen wird, "denn die Zeit drängt. Wir können nicht Winterware im Sommer verkaufen". Deshalb hat sich Spittler auch vehement darum bemüht, die Gläubigerversammlung am frühestmöglichen Termin einzuberufen.
Auch für die Freyunger Werbegemeinschaft war der 28. Februar ein "schwarzer Freitag". Das Modehaus Huber war die größte Mitgliedsfirma und Klaus Huber sen. selbst 25 Jahre lang der Vorsitzende der Werbegemeinschaft. Mit der Insolvenz des Modehauses scheidet Klaus Huber aus der Werbegemeinschaft aus.
Im "PostY", dem Mitteilungsblatt für die Mitglieder, nutzte der jetzige Vorsitzende Richard Gibis die Gelegenheit, sich nochmals bei Klaus Huber sen. und seiner Familie zu bedanken: "Unvergessen bleiben die unschätzbaren Verdienste von Klaus Huber für unsere Werbegemeinschaft und die ganze Stadt." Trotz des traurigen Anlasses sieht Richard Gibis aber einen kleinen Hoffnungsfunken: "Die Hoffnung stirbt zuletzt und so geht der Blick nach vorne. Das Schicksal des Modehauses Huber hat viele zum Nachdenken angeregt: Kunden, Nichtkunden, Geschäftskollegen und Verantwortliche in der kommunalen Politik. Möglicherweise gibt es auf dieser Basis eine Chance für das Wir-Gefühl", schreibt Gibis im PostY.

Aus: PPN, Freyung, 6.3.2003

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Firma Jander erweitert Betrieb in Kirchberg

Bis zu zehn neue Arbeitsplätze entstehen - Weltmarktführer bei Schweinebesamungsspritzen

Kirchberg (vm). Die Kunststoffverarbeitungsfirma Jander erweitert ihren Betrieb im Gewerbegebiet Hackenfeld in Kirchberg. Der Weltmarktführer bei Schweinebesamungsspritzen baut eine zusätzliche Halle, um mehr und flexibler produzieren zu können. "Wegen der steigenden Auftragslage müssen wir Kapazitäten in der Kunststoffspritzerei schaffen", sagt Kurt Jander jun. Um Platz für eine zusätzliche Maschine zu bekommen, soll der Bau der Spritzgusswerkzeuge in eine neue, etwa 750 Quadratmeter große Halle ausgelagert werden. Bis Ende Juni soll die insgesamt dritte Halle des Betriebs stehen. Kosten: 400 000 Euro. Den dafür notwendigen Grund bekommt das Unternehmen von der Gemeinde. Zwei Bauparzellen von insgesamt 6500 Quadratmetern verkauft Kirchberg, das beschloss der Gemeinderat vor kurzem auf einer nicht öffentlichen Sitzung. 30 Euro kostet der Quadratmeter inklusive Erschließung laut Bürgermeister Alois Wenig.
Der freut sich auch darüber, dass mit der Firmenerweiterung bis zu zehn neue Arbeitsplätze für Kirchberg verbunden sind. Schon jetzt ist Jander der größte Arbeitgeber der Gemeinde. Seit 1992 ist die Firma mit heute 130 Angestellten in Kirchberg ansässig, der einzige produzierende Betrieb im Gewerbegebiet.
Aus zirka 30 Tonnen Kunststoffgranulat stellt Jander, geleitet von Vater Kurt sen. (57) und Sohn Kurt Jander jun. (28), pro Woche unter anderem etwa 25 000 Christbaumständer aus Kunststoff her. Das Geschäft boomt, ein Großhändler aus Straßkirchen (Lkr. Straubing) vertreibt die fertigen Ständer in ganz Europa, sogar bis in die USA. "Wir sollen die Produktion jetzt um 25 Prozent steigern", sagt Kurt Jander jun. Positiv entwickle sich auch das Geschäft mit Bodendübeln. 1400 Stück pro Tag werden in Kirchberg gefertigt. Sie sorgen dafür, dass Wäschespinnen fest im Boden verankert bleiben.
Weltmarktführer ist Jander beim Herstellen von Spritzen für die künstliche Befruchtung von Schweinen. 10 Millionen Stück stellen die Jander - Mitarbeiter für eine Landshuter Firma pro Jahr her. Die Besamungsspritzen waren das erste Firmen-Produkt, mit dem sich Kurt Jander sen. selbständig machte.
1974 begann der studierte Maschinenbauer Jander im Haus seiner Schwiegereltern in Höllmansried mit der Produktion.
Übergehen wird das Unternehmen einmal in die Hände von Junior Kurt. Der 28-Jährige hat auch Maschinenbau studiert, an der Fachhochschule in Regensburg. Seit vergangenem Jahr arbeitet er fest im Betrieb. Dass ihre Firma in Zeiten von Konjunkturflaute und düsteren Wirtschaftsprognosen jetzt expandiert, begründet Jander so: "Der Kunststoffbranche geht es im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen relativ gut und wir sind ein innovatives Unternehmen." Die durch Gasinnendruck extraleichten Kühlschrankgriffe für die Firma Liebherr sind so ein neuartiges Produkt.
Langfristig will Jander sich auch als Zulieferer für die Autobranche etablieren. Konkrete Pläne oder Verhandlungen gibt es laut Jander allerdings noch nicht.

Aus: Bayerwald-Bote, Regen, 6.3.2003

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Mit Hilfe der Ich-AG zur selbständigen Unternehmerin

Elisabeth Wenzel nutzt staatliche Hilfe und eröffnet Nähstube

von Claudia Winter
Zwiesel. "Ohne diese Finanzspritze hätte ich nicht einmal im Traum daran gedacht, mich selbständig zu machen", gibt Elisabeth Wenzel unumwunden zu. Seit Montag steht sie jetzt dank der Ich-AG im eigenen Laden am Zwieseler Stadtplatz. Als erste im ganzen Zwieseler Winkel nutzte die 39-jährige Bekleidungsfertigerin die Leistung der Arbeitsförderung und gründete eine Ich-AG. Vom Arbeitslosen zum selbständigen Unternehmer, dies ist der Weg, den die Ich-AG bietet. 20 Jahre lang war Elisabeth Wenzel in einem Zwieseler Modehaus als Schneiderin beschäftigt. Die Schneiderei wurde aufgelöst und plötzlich war die 39-jährige Frau arbeitslos.
Kurzentschlossen holte sie sich beim Arbeitsamt den Antrag auf Existenzgründerzuschuss und nach vierwöchiger Arbeitslosigkeit konnte sie ihr eigenes Geschäft eröffnen. "Lisa's Nähstube" nennt sich die Änderungsschneiderei am Stadtplatz 43a (neben Hypobank). Elisabeth Wenzel hat den kleinen Laden frisch getüncht, mit zwei professionellen Nähmaschinen und einem Zuschneidetisch ausgestattet und schon am Tag der Eröffnung kamen die ersten Kunden.
Das T-Shirt etwas enger nähen, die Hose verlängern, den Rock kürzen, hier ein neuer Reißverschluss, dort ein neuer Besatz. Elisabeth Wenzel ändert sämtliche Herren-, Damen- und Kinderkonfektionsteile. Eine besondere Leidenschaft hat sie entwickelt für das Nähen von Gardinen, Kissen, Bankauflagen und Tischwäsche. "Hier ist alles erlaubt, was gefällt", sagt die kreative Frau und schwärmt von bunten Stores mit vielen Schlaufen und Ösen.
Die Geschäftsfrau will vorerst nur Dienstleistung anbieten. Stoffe gibt es bei ihr nicht zu kaufen. Da arbeitet sie mit verschiedenen Partnern zusammen. Dadurch bleibt für sie auch das Risiko im Rahmen, ein umfangreicher Wareneinkauf ist nicht notwendig. Mit den 600 Euro, die sie ein Jahr lang als monatlichen Zuschuss vom Arbeitsamt erhält, kann sie Miete und Krankenversicherung bezahlen. "Und nach einem Jahr muss der Laden laufen", ist Elisabeth Wenzel zuversichtlich. Dann wird der Zuschuss reduziert. Im zweiten Jahr gibt es 360 Euro und im dritten Jahr 240 Euro pro Monat.
Wie die 39-Jährige kann jeder eine Ich-AG gründen, der arbeitslos gemeldet ist und entsprechende Leistungen vom Arbeitsamt bezieht. Auch Beschäftigte in ABM-Stellen können dies tun, wenn sie ihren Job kündigen. Die Ich-AG hat einige Vorteile, sie unterliegt nicht so strengen Auflagen wie die bisherige Existenzgründung.
Die Geschäftsmöglichkeiten bei der Ich-AG sind vielfältig. Voraussetzung ist eine gute Geschäftsidee. Alle Dienstleistungen, die von einem Selbständigen erbracht werden können, sind zulässig. Das Einkommen der Ich-AG darf allerdings 25 000 Euro pro Jahr nicht überschreiten, auch dürfen keine weiteren Arbeitnehmer beschäftigt werden.
Antragsformulare gibt es beim Arbeitsamt. Sieben Anträge hat das Deggendorfer Arbeitsamt seit 1. Januar bewilligt und weitere Anträge liegen vor. Manfred Krempl, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim Arbeitsamt Deggendorf, sieht in der Ich-AG allerdings kein Allheilmittel gegen die allgemeine Arbeitslosigkeit. "Einzelnen bietet dieses Programm aber eine gute Chance heraus aus der Arbeitslosigkeit", betont Krempl.

Aus: Viechtacher Bayerwald-Bote, 6.3.2003

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"Missmanagement oftmals Schuld an Insolvenz"

Rechtsanwalt Karl Käser erklärt Verfahrensablauf - Banken sollten "den Geldhahn schon früher zudrehen"

von Norbert Peter
Bierhütte. Immer mehr Firmen - auch im Landkreis - müssen Insolvenz anmelden. Das nahmen die Wirtschaftsjunioren Freyung-Grafenau zum Anlass, sich von einem Experten die Ursachen und den Ablauf einer Insolvenz erklären zu lassen. Das Treffen fand im Hotel "Die Bierhütte" statt, das auch von einer Insolvenz betroffen ist. Referent war der Rechtsanwalt Karl Käser aus Grafenau.
Käser war in den letzten Monaten Stammgast in der "Bierhütte" - aber nicht zur gemütlichen Einkehr, sondern weil er das Insolvenzverfahren für das Hotel abgewickelt hat.
"Die Politik, die Konjunktur und die Banken sind es, denen die Insolventen die Schuld am unternehmerischen Niedergang zuschieben. Nie suchen sie die Ursachen bei sich selbst", erklärte Karl Käser den Wirtschaftsjunioren. Seitdem das neue Insolvenzgesetz vor vier Jahren in Kraft gesetzt wurde, ist er fast nur noch mit diesen Aufgaben betraut.
Käser berichtete, dass die Insolvenzen "eine steigende Tendenz aufweisen". Der volkswirtschaftliche Schaden der bundesdeutschen Insolvenzen betrage pro Jahr rund 30 Milliarden Euro, zudem gingen rund 500 000 Arbeitsplätze verloren.
Auslöser für die wachsende Zahl der Firmenpleiten seien laut Käser nicht vorhandene wirtschaftliche Fähigkeiten und der vielfach unterentwickelte Bereich Rechnungswesen. Karl Käser betonte, dass die Banken seiner Erfahrung nach oftmals viel zu geduldig mit dem Schuldner seien. "Sie sollten den Geldhahn schon viel früher zudrehen." Ein Zuhörer warf ein, dass die Banken vorwiegend auf die Auskünfte des Unternehmers angewiesen seien. Und diese wären vielfach lückenhaft und zudem verschleiert. Das konnte Karl Käser bestätigen, der auch die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer nicht frei von Schuld sprach. "Die wollen die Sache oft nur hinausschieben."
Zum Ablauf eines Insolvenzverfahrens meinte Karl Käser: "Der Insolvenz-Abwickler ist kein Gesundbeter, sondern tritt erst in Erscheinung, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist." Insolvenz sei im Grunde eine "Auseinandersetzung zwischen dem Schuldner und den Gläubigern". Karl Käser gab Unternehmern, die eine Insolvenz schon vor Augen haben, den Rat: "Scheuen Sie sich nicht, die Insolvenz selbst zu beantragen, bevor es andere einleiten."
Denn Schuldner und Gläubiger könnten den Antrag beim Insolvenzgericht stellen. Dieses beauftrage dann einen Insolvenz-Verwalter mit der Erstellung eines Gutachtens. Hier setze nun die Arbeit des Insolvenz-Verwalters an: Es gelte zu prüfen, ob überhaupt genügend Masse vorhanden sei, um die Insolvenz einzuleiten, oder ob die Kosten des Verfahrens die noch vorhandene Insolvenz-Masse schlucken würden.
Wenn nun der Gutachter feststelle, dass genügend Masse vorhanden sei, könne die Insolvenz eröffnet werden. "Früher lag die Quote der eingeleiteten Verfahren bei rund 25 Prozent, nun bei etwa 50 Prozent", erläuterte Karl Käser.
Größtenteils werde dann eine vorläufige Insolvenz durch das Gericht angeordnet, "damit der Schuldner nicht mehr schalten und walten kann, wie er will". Vielmehr bestehe seitens des Schuldners eine Mitwirkungspflicht: Er müsse sich kooperativ zeigen, um das Verfahren auch reibungslos abwickeln zu können. Zudem "wandere" jede Insolvenz zur Staatsanwaltschaft.
Nach dem Eröffnungsverfahren folge der Gläubigertermin. Dabei werde die vorhandene Masse dargelegt und die Gläubiger könnten ihre Forderungen anmelden. Dabei werde dem neuen Insolvenzrecht zufolge auch jeder Gläubiger prozentual berücksichtigt.
Danach werde die eigentliche Liquidation eingeleitet, das Objekt kommt "unter den Hammer". Der Insolvenz-Verwalter habe nun die Aufgabe, die Insolvenz-Masse "an den Mann zu bringen". Im Fall der "Bierhütte" habe man das große Glück gehabt, dass mit Joachim Rackwitz ein Hotelfachmann für das Hotel interessiert werden konnte, der bereits mehrere Hotels in Deutschland betreibt.
Mit ihm wurde für ein Jahr ein Pachtvertrag für die "Bierhütte" abgeschlossen. In dieser Zeit kann nun Joachim Rackwitz prüfen, ob das Hotel wieder "auf Vordermann gebracht werden kann". Erst dann wird sich Rackwitz entscheiden, ob er nun die "Bierhütte" erwirbt oder sich zurückzieht. "Sollte er sich zurückziehen, dann geht die Suche nach einem neuen Interessenten weiter", erklärte Karl Käser.
Joachim Rackwitz, der "auf eine andere Politik in der Wirtschaft" hofft, sieht für die "Bierhütte" durchaus Chancen. Auch Karl Käser hofft, dass er dem Insolvenzgericht in einem Jahr einen positiven Schlussbericht melden kann. Dann wäre wieder ein Betrieb und damit auch Arbeitsplätze gerettet.
Für die "tiefen Einblicke" in ein Insolvenzverfahren dankten die Wirtschaftsjunioren-Sprecher Lothar Schreiner und Moderatorin Stefanie Vincke.

Aus: PNP, Freyung, 7.3.2003

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Entgegen dem Trend: Freyunger Kunststoffwerk Seaquist Löffler will heuer 18 Azubis einstellen

PNP stellt die größten Ausbildungsbetriebe vor - Chance für junge Leute mit guten Mathe-Noten

Freyung (san). Die deutsche Wirtschaft steckt in der Krise: Der Rückgang bei den Ausbildungsplätzen in Ostbayern um fast zwölf Prozent zeigt das deutlich. Doch es gibt im Landkreis noch Firmen, die dem Nachwuchs eine Chance geben können und wollen: Eine davon ist die Kunststoff-Firma Seaquist Löffler in Freyung, die für das neue Ausbildungsjahr im September 18 Schulabsolventen eine berufliche Perspektive bieten will - acht Lehrstellen mehr als 2002. Das Unternehmen Seaquist Löffler produziert pro Tag 2,8 Millionen Kunststoff-Verschlüsse für namhafte Marken-Firmen.
Derzeit beschäftigt die Firma 584 Mitarbeiter im Werk Freyung - 37 davon sind Azubis oder Umschüler in verschiedenen Arbeitsbereichen: 10 Verfahrensmechaniker, 18 Werkzeugmechaniker, 3 Energieelektroniker und 6 Industriekaufleute werden ausgebildet.
Der September ist in der Regel der Einstellungsmonat. Für heuer sind 18 Lehrstellen bei der Firma Seaquist-Löffler vorgesehen - im Vorjahr waren es zehn. "Wir wollen damit dem negativen Trend entgegensteuern und so vermitteln, dass die Jugend auch noch in unserer Region eine Zukunft hat", sagt Joel Evenari von der Personalabteilung. Firmenchef Hermann Löffler fügt hinzu: "Wir haben manche Ausbildungsbereiche aufgestockt, weil wir schätzen, dass wir in zwei bis drei Jahren einen Mangel an Fachkräften haben werden."
Beispiel für die Aufstockung: Für September 2003 werden statt drei nun fünf Lehrstellen im Bereich Verfahrensmechanik angeboten.
Zu den genannten Lehrbereichen gesellt sich ein neuer Berufszweig dazu: Erstmals werden zwei Lehrstellen für den Bereich Mechatronik eingerichtet. Diese Fachrichtung gibt es erst seit ein paar Jahren und ist - wie der Name schon verrät - eine Mischung aus Elektroniker und Mechaniker. Die Aufgabe des Mechatronikers ist es, computergesteuerte Maschinen entweder zu reparieren oder für bestimmte Arbeitsprozesse umzurüsten. Die Lehrzeit dauert dreieinhalb Jahre.
Um einen Überblick zu geben, für welche Berufszweige Auszubildende gesucht werden und welche Voraussetzungen die Bewerber mitbringen müssen, hier die wichtigsten Kriterien:

Für die Ausbildung zum Mechatroniker ist die mittlere Reife (Realschulabschluss oder die M10 der Hauptschule) die Grundvoraussetzung. Weiterhin werden gute Noten in Mathematik und Physik verlangt. Außerdem soll der Bewerber Interesse an Technik und Spaß am Handwerk mitbringen.

Zwei Energieelektroniker (Betriebstechnik) werden ebenfalls gesucht. Auch hier ist die mittlere Reife notwendig, ebenso muss der Jugendliche in Mathe und Physik begabt sein. Die Ausbildung beträgt auch hier dreieinhalb Jahre. Was außerdem gewünscht wird: Der Azubi soll Körpereinsatz zeigen und sich für hochentwickelte, technische Geräten interessieren.

Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker, der mit Kunststoff- und Kautschuktechnik zu tun hat. Wie auch in den anderen technischen Bereichen ist eine gute Note in Mathematik Pflicht. Als Schulabschluss muss man mindestens den Quali vorweisen. Vom Auszubildenden wird verlangt, dass ihm körperliche Arbeit, speziell das Warten und Reparieren von Maschinen, nichts ausmacht. Fünf Lehrstellen sind vorgesehen.

Vorliebe für technisch-handwerkliche Tätigkeit, das sollen die fünf Werkzeugmechaniker mitbringen. Der Quali gilt als Grundvoraussetzung, die gute Mathematiknote gehört zur Standardanforderung. Ebenso wäre es wünschenswert, wenn der Azubi mit Computern umgehen könnte. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.

Vier Industriekauffrauen/männer werden eingestellt. Mittlerweile sind 24 Bewerbungen eingegangen - es werden keine weiteren mehr angenommen. Im März werden die 18 Lehrstellen vergeben.

Aus: PNP, Freyung, 7.3.2003

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Fast 2400 ohne Job: Frostige Zeiten am Arbeitsmarkt dauern weiter an

Geschäftsstelle Grafenau mit 15,3 Prozent an höchster Stelle bei Arbeitslosenquote

Grafenau (ul). Das wetterbestimmende Hoch im Februar hat auf dem Arbeitsmarkt keine positiven Spuren hinterlassen. Im Gegenteil: Frost und Schnee ließen die Arbeitslosigkeit weiter anschwellen. In der Geschäftsstelle Grafenau sind zur Zeit 2396 Arbeitslose registriert. Das sind 7,3 Prozent mehr als im Januar und 28,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
Damit war der Anstieg im Landkreis Freyung-Grafenau von allen Geschäftsstellen des Arbeitsamtes Passau am stärksten. Die Arbeitslosenquote ist in Grafenau mit 15,3 % (Vorjahr 11,9 %) am höchsten, die niedrigsten Quoten haben das Hauptamt Passau und Obernzell mit 10,5 %.
Das Schlimme an der Situation: üblicherweise setzt im Februar bereits ein leichter Rückgang bei der Arbeitslosigkeit ein. Heuer war es anders. Durch den anhaltend strengen Winter kamen die meisten Neumeldungen aus dem Baugewerbe.
Tauwetter ist nicht in Sicht, denn es fehlt jeder konjunkturelle Impuls, der durch den drohenden Irak-Krieg noch zusätzlich unterdrückt wird. So wird sich die Beschäftigungssituation in der Region mit insgesamt 19 250 Frauen und Männern ohne Job weiter verschlechtern.
In den vergangenen Wochen meldeten sich in der Region gut 3000 Personen arbeitslos. Etwas mehr als 50 Prozent kamen aus vorheriger Beschäftigung. Das Gros stellten 580 Arbeitnehmer aus dem Baugewerbe. Weitere Schwerpunkte lagen beim Gastgewerbe (150), beim Einzelhandel (80) und beim Gesundheitswesen (70). 3000 Arbeitslose sind derzeit aus Bauberufen gemeldet. Noch schlechter ist die Situation bei den Büro- und Verwaltungsberufen: mit derzeit rund 2000 Arbeitslosen zeigt sich hier gegenüber dem Vorjahr der größte Zuwachs von plus 500.
Dagegen fanden im Februar nur 2500 Personen eine Beschäftigung. Lediglich 550 offene Stellen wurden dem Arbeitsamt Passau und seinen Geschäftsstellen gemeldet. Die meisten Stellen kamen aus dem Gastgewerbe (rund 110), im Gesundheits- und Sozialwesen (60) und in Landwirtschaft und Baugewerbe (je rund 50).
Die meisten Beschäftigungsmöglichkeiten liegen noch vor für Gesundheitsberufe und das Metallverarbeitende Gewerbe (je rund 130), für Bauberufe, Warenkaufleute (je rund 100), Ernährungsberufe (rund 90) und Gästebetreuer (75).
Ein wenig trägt die Kurzarbeit dazu bei, dass die Zahl der Arbeitslosen nicht noch höher ist. Im Februar wurde in 35 Betrieben von knapp 850 Beschäftigten mit reduzierter Arbeitszeit gearbeitet, um so weitere Entlassungen zu vermeiden. Im Januar waren es noch 32 Betriebe mit 700 Arbeitnehmern gewesen.

Aus: Grafenauer Anzeiger, 7.3.2003

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Zurück in den Beruf: Viele Hürden für Frauen

Betroffene diskutieren mit Politikerinnen über Missstände und Probleme - vhs-Projekt soll bei Wiedereinstieg helfen

von Theresia Wildfeuer
Fehlende Kinderbetreuung am Nachmittag, Arbeitgeber, die Kräfte aus dem Osten bevorzugen, Diätenerhöhung trotz Sparmaßnahmen bei den kleinen Leuten - kritisch und provokant diskutierten die Teilnehmerinnen des Projekts "Frauen zurück in den Beruf" der Volkshochschule im Josefsheim mit MdB Gerlinde Kaupa (CSU) und Kreisrätin Maria Silbereisen (CSU).
"Wenn man immer zu den Kindern sagen muss, ihr könnt nicht in das Kino oder gleichzeitig in das Schwimmbad gehen, ist das schlimm", sagte Angelika G. Sie will endlich eine Arbeitsstelle und nicht in fünf Jahren noch Sozialhilfe beziehen müssen.

Schwierige Situation
für Betroffene

Die Situation der Kursteilnehmerinnen ist nicht rosig. Kathrin D. hat zwei Kinder im Alter von vier und zwölf Jahren. Sie absolvierte ein Praktikum in einem Supermarkt und hofft, hier eine Teilzeitstelle zu bekommen. Muss sie nachmittags arbeiten, benötigt sie eine Tagesmutter, die sie von ihrem geringen Lohn bezahlt. Sie versteht nicht, warum Staat und Kommunen nicht mehr Geld in Kindergärten und Schulen investieren.
"Wir sitzen zu Hause mit den Kindern, müssen jeden Cent vier- bis fünfmal umdrehen und Leute aus Tschechien kriegen Arbeit", kritisierte Marita K. Sie befürchtet zugleich, dass die Arbeitslosigkeit in der Region mit der EU-Osterweiterung weiter ansteigt.
Ihre Kritik geht noch weiter: "Warum bekommen Minister, auch wenn sie nur kurz im Amt sind, eine Rente, wofür ein Normalbürger 111 Jahre arbeiten muss? Nach den Wahlen hieß es, alle müssen sparen. Warum wurden dann die Diäten schon wieder erhöht?", fragte Marita K.
Die Politikerinnen zeigten Verständnis für die Frauen, aber auch für Arbeitgeber, die ganz legal Arbeitskräfte aus dem Osten beschäftigen. Maria Silbereisen bedauerte, dass Arbeitgeber Praktikanten oftmals ausnutzen und meist nur Lehrlinge einstellen, wenn das Arbeitsamt zahlt. Bund und Land hätten Gelder für die Kinderbetreuung bereit gestellt, sagte Gerlinde Kaupa. Doch nur wenn Druck von den Eltern da sei und diese sich selbst mit 20 Prozent engagierten, könnten die Mittel von Staat und Kommunen abgerufen werden.
Die Politikerinnen sicherten zu, sich weiter für eine bessere Anerkennung der Leistung der Frauen als Erzieherinnen der Kinder einzusetzen. Es seien einschneidende Veränderungen für alle nötig bis hin zu den Diäten, betonte Gerlinde Kaupa. Auf viele der kritischen Fragen blieben sie freilich eine Antwort schuldig.
Vhs-Projektleiterin Michaela Gibis hatte zuvor berichtet, dass alle Kreisrätinnen eingeladen worden seien, sich aber viele aus beruflichen Gründen entschuldigt hätten. Mit dem Frauenprojekt für Sozialhilfeempfängerinnen, die den beruflichen Wiedereinstieg schaffen wollen, hatten im Oktober 26 Teilnehmerinnen gestartet. Weil einige schon arbeiten oder andere Kurse besuchen, sind es noch 15 Frauen.

Fast alle Frauen sind
allein erziehend

Fast alle seien allein Erziehende, die zu Gunsten der Kinder ihre Ausbildung oder Berufstätigkeit abgebrochen hätten, während die Väter selbstverständlich ohne Beeinträchtigung ihren Berufsweg weitergegangen seien, betonten Michaela Gibis und Kursleiterin Heidi Cha. Ziel des Projekts sei es, die Chancen der Frauen, die eine langfristige Beschäftigung suchten, zu verbessern.
Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Sozialamt des Landkreises stattfindet, wird von Familienministerium und EU gefördert. Neben Wissen und beruflichen Kenntnissen geht es um langfristige Lösungen zur Kinderbetreuung. Zugleich stärkt es als wichtige Voraussetzung für den Einstieg in den Arbeitsmarkt das Selbstbewusstsein der Frauen. Anschließend arbeiten die Teilnehmerinnen ein Jahr bei Arbeitgebern, die vom Sozialamt einen Einarbeitungszuschuss erhalten. Einige streben eine betriebliche Ausbildung in Form einer verkürzten Lehrzeit an.

Arbeitgeber, die einer Wiedereinsteigerin eine Chance geben wollen, können sich an Michaela Gibis unter Tel. 08 51/9 59 80 23 wenden.

Aus: PNP, Passau-Stadt, 7.3.2003

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12,1 Prozent Arbeitslosenquote - Frost sorgt für Frust

Winterarbeitslosigkeit erreicht heuer erst im Februar ihren Höchststand - Vorerst keine Besserung in Sicht

Das stabile Hoch, das im letzten Monat wetterbestimmend war, hat auf dem heimischen Arbeitsmarkt keine positiven Spuren hinterlassen. Im Gegenteil: Die Zahl der Arbeitslosen stieg in einem Ausmaß an, wie noch nie in einem Februar (plus 3000 Personen). Die Arbeitslosenquote beträgt nun 12,1 Prozent.
Vornehmlich saisonale Gründe dürften dafür verantwortlich gewesen sein, zumal die meisten Neumeldungen aus dem Baugewerbe (580) kamen. Weitere Schwerpunkte lagen beim Gastgewerbe (150), Einzelhandel (80) und Gesundheitswesen (70). Des Weiteren meldeten sich knapp 280 Männer und Frauen nach einer Ausbildung arbeitslos.
Ende des Monats zählte das Arbeitsamt Passau 19 250 beschäftigungslose Männer und Frauen, 500 (2,6 %) mehr als im Vormonat, 2700 (knapp 16 %) mehr als im Vorjahr. "Auch wenn der jahreszeitliche Höhepunkt erreicht sein dürfte, bleiben die Hoffnungen auf ein ,Frühlingserwachen' am Arbeitsmarkt aufgrund der schlechten konjunkturellen Stimmung sowie der Gefahr eines Irak-Krieges eher bescheiden", so die Passauer Experten. Aktuell errechnet sich für die Region auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen eine Arbeitslosenquote von 12,1 Prozent, drei Zehntelpunkte höher als im Januar (Vorjahr 10,5%). Für die abhängigen zivilen Erwerbspersonen beläuft sich die Quote auf 13,8 Prozent (Vormonat 13,4, Vorjahr 12,0%).
Neben der winterlichen Witterung, die eine Wiederaufnahme von Außentätigkeiten weitgehend verhinderte, hapert es nach wie vor an Beschäftigungsmöglichkeiten. Lediglich 550 offene Stellen wurden im vergangenen Monat zur Besetzung gemeldet. Die meisten kamen aus dem Gastgewerbe (rund 110), dem Gesundheits- und Sozialwesen (knapp 60), dem Baugewerbe und der Landwirtschaft (je rund 50). Zum Monatsende waren noch 1200 Stellen unbesetzt, 650 weniger als vor Jahresfrist.
Noch schlechter als in der Baubranche ist die Situation bei den Büro- und Verwaltungsberufen. Mit derzeit rund 2000 Arbeitslosen zeigt sich hier gegenüber dem Vorjahr der größte Zuwachs (plus 500), wobei dieser Bereich kaum saisonalen Einflüssen unterliegt und daher auch nur wenig von einer Frühjahrsbelebung profitieren kann. Auch bei den Metallberufen mit derzeit gut 1800 Beschäftigungslosen gibt es Anlass zur Sorge. Hier weist die Statistik ebenfalls sowohl im Vergleich zum Vormonat (plus 140) wie zum Vorjahr (plus 250) deutlich höhere Zahlen aus. Ähnlich desolat zeigt sich die Situation im Handel. Bei den Warenkaufleuten sind 1340 Arbeitslose, 50 mehr als im Januar, 260 mehr als im Vorjahr, gemeldet. Bei weiteren Berufsgruppen ist die Situation ebenfalls angespannt.
Die aktuellen Quoten im Einzelnen: Hauptamt Passau 10,5 (Vorjahr 9,4) Prozent, Grafenau 15,3 (11,9) Prozent, Obernzell 10,5 (8,9) Prozent, Pocking 12,5 (10,5) Prozent, Vilshofen 12,4 (11,1) Prozent, Waldkirchen 13,8 (12,4) Prozent.    red

Aus: PNP, Passau-Stadt, 7.3.2003

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Siemens: Clement setzt sich bei von Pierer für Passau-Werk ein

Am Aschermittwoch hatten sie sich gegenseitig den Schwarzen Peter für die geplante Schließung des Siemens-Werkes in Passau zugeschoben: Während CSU-Chef Edmund Stoiber in der Nibelungenhalle auf die unfruchtbare Wirtschaftspolitik der Bundesregierung verwies, fordete "Superminister" Wolfgang Clement (SPD) die Bayerische Landesregierung auf, regionale Mittel zu investieren.
Nachdem die Landtagsabgeordnete Gudrun Peters (SPD) gegenüber Clement ihre Sorge ob der drohenden Werksschließung zum Ausdruck gebracht hatte, reagierte der Minister nun mit einem offenen Brief. "Die Gründe des Unternehmens sind leider nicht völlig von der Hand zu weisen", schreibt Wolfgang Clement an seine Parteikollegin. Dennoch habe er sich noch einmal persönlich an Siemens-Boss Heinrich von Pierer gewandt.
Die Bitte des Ministers: von Pierer möge alles Mögliche tun, "um ein Signal für Passau zu setzen und seiner Verantwortung für eine strukturschwache Region gerecht zu werden."    red

Aus: PNP, Passau-Stadt, 7.3.2003

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Kein Lichtblick auf dem Arbeitsmarkt

12,1 Prozent Arbeitslosenquote im Februar - ein Prozentpunkt mehr als 2002

Regen (bb). Anhaltende Talfahrt geht weiter, eine Trendwende nicht in Sicht - der Februar-Bericht des Arbeitsamtes Deggendorf bringt keine Lichtblicke. Im Gegenteil: Die Arbeitsvermittler haben beobachtet, dass jetzt die wirtschaftlichen Probleme vieler Unternehmen immer mehr auf den Arbeitsmarkt durchschlagen. Und auch das Verhalten der Bevölkerung verändere sich, wegen Arbeitslosigkeit oder auch nur Verunsicherung nehme die Konsumbereitschaft spürbar ab.
Dabei wird in den Wintermonaten die konjunkturelle Arbeitslosigkeit noch von der saisonalen Arbeitslosigkeit überlagert, die im Bayerischen Wald seit jeher hoch ist.
Die Quote im Amtsbereich lag Ende Februar bei 10 Prozent, 1,1 Prozent höher als vor Jahresfrist. Der Bezirk Zwiesel (mit Regen) hatte 11,3 Prozent, Viechtach hatte 13,2 Prozent, der Landkreis 12,1 Prozent.
Erst der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt, welche Dimension mittlerweile erreicht ist: In den drei Landkreisen Regen, Deggendorf und Straubing-Bogen waren Ende Februar 17 347 Menschen ohne Arbeit, 13,3 Prozent mehr als im Februar 2002 und 26 Prozent mehr als 2001. Schwacher Trost: Bayernweit liegt der Anstieg seit Februar 2002 sogar bei 20 Prozent.
Der Anstieg zieht sich mittlerweile durch alle Berufsgruppen. seit Mitte 2002 ist immer mehr auch der Dienstleistungsbereich - und damit Frauen und Angestellte - betroffen.
Im Amtsbezirk Zwiesel lag der Anstieg der Quote mit rund 15 Prozent gegenüber 2002 höher als im Gesamtbezirk. Der vergleichsweise geringe Anstieg im Bezirk Viechtach um 3,3 Prozent kommt daher, dass der Saisonausschlag in Viechtach weit höher ist als im übrigen Bezirk. Die konjunkturelle Entwicklung wird überlagert.
Viechtach hat wegen dieses Saisonanstiegs auch die mit Abstand höchste Quote im Bezirk mit 13,2 Prozent, gefolgt von Zwiesel mit 11,3 Prozent. Nach Abbau der
Saisonarbeitslosigkeit im April oder Mai wird sich deshalb wieder eine andere
Rangliste ergeben.

Aus: Bayerwald-Bote, Regen, 7.3.2003

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Regens Gewerbeflächen: attraktiv, aber teuer
Metten - leer und teuer

Bürgermeister Walter Fritz will für "Metten-Erweiterung" keinen Komplett-Preis nennen. "Das ist eine Einzelentscheidung des Stadtrates, die hängt von der Fläche und der Zahl der Arbeitsplätze ab, die der Werber schafft", sagt er. Der hohe Preis liege an der aufwändigen Erschließung: Es mussten viel Erde bewegt und viele Ausgleichsflächen geschaffen werden, die Entfernung zur Stadt ist groß. Nach Informationen des Bayerwald-Boten gibt es ein Angebot über 70 Euro pro Quadratmeter.
Zum Vergleich: In Kirchberg und Bischofsmais kostet der Quadratmeter voll erschlossen 30 Euro. Bischofsmais-Scheibe ist aber eingeschränktes Gewerbegebiet, hier ist auch Wohnbebauung möglich. In Rinchnach gibt die Gemeinde ihre letzte freie Parzelle für 40 Euro ab. Was in Viechtach-Oberschlatzendorf noch zu haben ist, kostet maximal 50 Euro, Zwiesel bietet den Grund in Fürhaupten für maximal 38 Euro an.

Aus: Bayerwald-Bote, Regen, 7.3.2003

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Informationen über das
Teilzeit- und Befristungsgesetz

Grafenau. Die Volkshochschule veranstaltet am Mittwoch, 12. März, 19 Uhr, im kleinen Sitzungssaal des Rathauses einen Vortrag zum Thema "Teilzeit- und Befristungsgesetz". Rechtsanwalt Richard Buchner, Fachanwalt für Arbeitsrecht, informiert über gesetzliche Ausgestaltung und praktische Auswirkungen.

Aus: Grafenauer Anzeiger, 10.3.2003

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Veranstaltung mit dem Thema
Börsenkrach-Wirtschaftskrise?

Zwiesel. Das Wirtschaftsforum Regen, die Wirtschaftsjunioren, Mittelstandsunion, Kreishandwerkerschaft, Industrie- und Handelsgremium, Kreisbildungswerk, Volkshochschule und Rotary International veranstalten morgen, Dienstag, 19 Uhr im Naturpark-Informationshaus in Zwiesel einen Vortrag zum Thema "Börsenkrach-Weltwirtschaftskrise - Kommt der Zusammenbruch?" Für Fragen und Antworten steht der Autor und Diplomingenieur Günter Hannich zur Verfügung.

Aus: Grafenauer Anzeiger, 10.3.2003

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Ich-AGs nur Übergangslösung

Diskussionsforum zum Internationalen Frauentag in der AOK

von Theresia Wildfeuer
Die Hartz-Gesetze bringen langfristig keine Verbesserung für Frauen, resümierte Moderatorin Christine Sedlberger-Buß nach der Podiumsdiskussion "Engagiert - motiviert - ausgeschmiert: Was bringt das Hartz-Konzept für Frauen?". Das Frauenforum hatte am Vorabend des Frauentags in die AOK eingeladen. Es diskutierten MdB Jella Teuchner (SPD), MdB Gerlinde Kaupa (CSU), die stv. Direktorin des Arbeitsamtes Passau, Eva-Maria Kelch, Robert Günthner vom DGB Bayern und Rechtsanwältin Gabriele von Pollack.
34 Prozent der 19 244 Arbeitslosen in Passau sind Frauen. 2035 von ihnen suchen einen Teilzeitjob. Aber nur 207 Stellen sind offen. Mehr Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich sollen seit 1. April "Ich-AGs" schaffen, die drei Jahre gefördert werden. Dabei werden laut Gabriele von Pollack Arbeitslose wie Selbständige behandelt, müssen aber Sozialversicherungsbeiträge leisten. Ermäßigte, wie Jella Teuchner betont. Vermittlungsansprüche ans Arbeitsamt blieben bestehen, um Schwarzarbeiter in den legalen Markt zurückzuführen. Diese Aktion sei "gut und wichtig, aber kein Allheilmittel", so Gerlinde Kaupa. Frauen sollten sich bei Arbeitsamt, IHK und Handwerkskammer genau informieren.
Robert Günthner wertete die "Ich-AGs" als für Einzelne sinnvoll, aber gesellschaftlich als Tropfen auf den heißen Stein. Ungleichheit zwischen Frauen und Männern bleibe bestehen. Höhere Qualifizierungen fielen weg. Eva-Maria Klech ermutigte Frauen mit guten Ideen hingegen, das Angebot als Chance zu nutzen. "Mini-Jobs sind gut für Übergangsphasen." Dazu Irene von Kutschenbach: "Frauen sollten trotz Familie arbeiten, um aus den vier Wänden herauszukommen."
Gerda Schmitz fragte an, warum nur die Erziehung fremder Kinder bezahlt werde. Dabei sei Familiengeld eine alte Forderung der CSU, so Gerlinde Kaupa.
Margit Eckmüller vom Tagesmütter-Büro des Katholischen Frauenbunds appellierte an die Politikerinnen, das bestehende Modell zu unterstützen. Die Förderung läuft nach vier Jahren heuer aus. Ohne Zuschuss gebe es für die 150 Tagesmütter, die für 300 Eltern Kinder betreuen, keine Zukunft
Edith Egger (Erwachsenenbildung) bedauerte, dass durch die Bildungsgutscheine viele Ausbildungsstätten für Frauen geschlossen würden und neue Arbeitslosigkeit provoziert werde.
Trotz Hartz-Gesetze bleibe also immenser Handlungsbedarf, folgerte Christine Sedlberger-Buß. Ihr Wunsch an die Politiker: "Vertreten Sie die Sache der Frauen vor Ort, damit es schrittweise voran geht."

Aus: PNP, Passau-Stadt, 10.3.2003

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Erhalt des Siemens-Standorts würde Millionen kosten

Konzernleitung antwortet MdB Jella Teuchner

Eine Konzentration der Fertigung von Leitungsschutzschaltern in Passau kommt Siemens zu teuer. Godehardt Schneider, Leitung des Siemens-Geschäftsgebietes A&D ET sowie Ingrid Gaggermeier, Kaufmännische Leitung A&D ET, haben MdB Jella Teuchner (SPD) geantwortet, warum sich der Konzern zur Schließung des Heininger Werkes gezwungen sieht. Dipl.-Ing. Helmut Gierse, Vorsitzender des Bereichsvorstandes, schrieb das Gleiche MdL Dr. Gerhard Waschler (CSU).
Bei der beabsichtigten Verlagerung der Fertigung der Leitungsschutzschalter von Passau nach Regensburg und Rumänien geht es nicht nur um landes- oder regionenspezifische Kostenvorteile, sondern um eine möglichst effiziente Bündelung der mechanisierten Fertigungsaktivitäten für Leitungsschutzschalter an einem Standort, heißt es in den Schreiben. 1996 seien die mechanisierten Endmontagelinien aus Platzgründen sukzessive von Regensburg nach Passau verlegt worden, Vorfertigung und Baugruppen-Fertigung blieben in Regensburg.
Eine Konzentration der mechanisierten Fertigung in Passau, wie sie angeregt wurde, hätte zur Folge, dass in Passau ein neuer Maschinenpark angeschafft werden müsste. Im Gegenzug wären in Regensburg die auch für andere Produkte genutzten Vorfertigungsmaschinen schlechter ausgelastet. Eine Bündelung dieser Fertigung in Passau würde ein zusätzliches Investment in Millionenhöhe erfordern. Die in Regensburg entstehende geringere Auslastung der vorhandenen Maschinen und der Galvanik würde zusätzlichen Deckungsverlust in erheblicher Höhe verursachen.
Außerdem müssten die in Regensburg vorhandenen Prozessketten (Disposition, Logistik) für die weltweite Versorgung mit Baugruppen von Leitungsschutzschaltern auf zwei Standorte aufgeteilt werden. Die Folge: weitere Kosten. Wegen der wirtschaftlichen Situation und zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und der Arbeitsplätze sieht A&D ET keine Chance für ein weiteres Betreiben des Standortes Passau.   do

Aus: PNP, Passau-Stadt, 10.3.2003

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Touristiker auf Informationstour

Vermieter erhalten Tipps zum Internet-Auftritt

Hauzenberg (red). Großes Interesse zeigten die Vermieter aus dem ganzen Stadtbereich von Hauzenberg bei der diesjährigen "Roas" des Vereins für Touristik, Hauzenberg. Der Verein hatte in das Wellnesshotel Seehof am Freudensee eingeladen. Die Familie Stemplinger führte durch ihren "Wohlfühlbereich" und erläuterte die verschiedenen Angebote von Kopf bis Fuß, die natürlich nicht nur für die Touristen angeboten werden.
Bei der Präsentation des Internetauftritts www.bayerwaldregion.de durch Herrn Putz konnten die Vermieter nützliche Tipps und Infos für die Gestaltung ihrer eigenen Homepage mit nach Hause nehmen.
Bürgermeister Bernd Zechmann schilderte die allgemeinen Schwierigkeiten in der aktuellen wirtschaftlichen Lage, der sich auch die Vermieter zu stellen hätten. Er forderte die Vermieter auf neuen Mut zu fassen, denn momentan werde auf sehr hohem Niveau gejammert und jeder müsse für sich versuchen, den gestiegenen Qualitätsanforderungen im Tourismus gerecht zu werden. Denn, so der Bürgermeister: "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit." Zechmann berichtete über die anstehenden Arbeiten der Stadt Hauzenberg im touristischen Bereich, der in Hauzenberg nach wie vor einen hohen Stellenwert hat. So soll u.a. das geplante Informationssystem (kurz: Infoboy) nun doch nicht am zentralen Omnibusbahnhof errichtet werden, sondern auf dem Grundstück unterhalb des Netto-Parkplatzes bei der Hauptschule; dort soll das ganze Grundstück einer Informationszentrale gewidmet werden und vor allem auf den touristischen Nutzer zugeschnitten werden.
Für alle Vermieter, die nicht teilnehmen konnten, aber Informationen bezüglich Internetauftritt oder aktuelle Werbegeschenke der Stadt Hauzenberg wollen, können sich beim Touristikbüro, Martin Maderer, (Tel.  08586/3031) melden.

Aus: PNP, Passau-Land, 10.3.2003

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Millionen verdient - warum macht Siemens dann in Heining dicht?

SPD-MdB Brandl: Werksschließung trotz Gewinnsteigerung von 509 Millionen Euro im Jahr 2002

Als eine "Unverschämtheit" hat jetzt SPD-MdL Max Brandl die Aussagen von Siemens-Vorstandsmitgliedern bezeichnet, der Erhalt des Standortes in Heining würde den Konzern Millionen von Euro kosten. "Siemens hat von 2001 auf 2002 den Konzerngewinn um 24 Prozent oder um 509 Millionen Euro steigern können und auch vorher jahrelang mit dem Heininger Werk verdient."
Laut Brandl gebe es "doch eine moralische Verpflichtung, jetzt wo das Werk in Schwierigkeiten ist, Arbeitsplätze in unserer strukturschwachen Region zu erhalten". Eine entsprechende Anfrage von Brandl wird am Mittwoch im Landtag behandelt. Der SPD-Politiker will in diesem Zusammenhang auch von der Staatsregierung wissen, wie sie die geplante Schließung vor der ausgewiesenen Gewinnsteigerung des Konzerns von 2088 Millionen Euro (2001) auf 2597 Millionen Euro in 2002 bewerte.
Eine Konzentration der Mechanischen Fertigung in Passau, wie als Lösungsvorschlag für den Erhalt des Standortes mehrfach vorgeschlagen, wäre laut Vorstandsmitgliedern nur möglich, wenn der Maschinenpark modernisiert würde.
Zudem würden im Gegenzug die in Regensburg vorhandenen Maschinen für die Vorfertigung schlecht ausgelastet. Beide Faktoren zusammen würden das Betriebsergebnis mit einer Summe von mehreren Millionen Euro belasten, heißt es in Schreiben der Konzernspitze, die am Wochenende an Politiker aus der Region verschickt wurden.    red

Aus: PNP, Passau-Stadt, 11.3.2003

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Aktionstag am Arbeitsamt: Viele Infos für Behinderte

Die Europäische Union hat das Jahr 2003 zum "Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen" ausgerufen. In diesem Zusammenhang veranstaltet das Arbeitsamt am morgigen Mittwoch, 12. März, einen Aktionstag für Menschen mit Behinderungen. An diesem Tag sind Fachkräfte und Berater persönlich über die Anmeldung auf Zimmer 126 (Innstraße 30) oder telefonisch unter Tel. 0851/50 85 70 zu erreichen. Die Mitarbeiter im Team für Rehabilitation und Schwerbehinderte, einschließlich der Fachdienste, sowie der Integrationsfachdienst stehen von 7.30 bis 12.30 Uhr persönlich und bis 16 Uhr telefonisch zur Verfügung. Arbeitnehmer können sich über berufliche Aus- und Weiterbildung, Umschulung, finanzielle Hilfen oder arbeitsmedinzinische Beratung informieren, Arbeitgeber u.a. über die Ausgestaltung von Arbeitsplätzen.

Aus: PNP, 11.3.2003

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IG Bau: Kündigungsschutz-Debatte "voll daneben"

"Gewerkschaftliches Urgestein" Josef Kaiser für 30 Jahre als Tittlinger Ortsvorsitzender geehrt

Tittling (red). Sein 30-jähriges Jubiläum als Vorsitzender des Ortsverbands Tittling der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) feierte Josef Kaiser im Rahmen der Jahresfeier. Aber auch über aktuellen gewerkschaftlichen Zündstoff wurde bei dem Treffen diskutiert. Als "voll daneben" bezeichnete Bezirkssekretär Willi Urmann die Debatte um den angeblich zu starren Kündigungsschutz.
Die neuesten Arbeitsmarktzahlen seien eine Katastrophe: 368 876 Bauarbeitnehmer waren Anfang des Jahres arbeitslos gemeldet. "Das real existierende Kündigungsschutzgesetz hat niemanden geschützt", sagte Urmann. Es gebe keine wirklichen Belege für die immer wieder aufgestellte Behauptung, dass weniger Kündigungsschutz zu mehr Jobs führe. Es liege vielmehr auf der Hand, dass die Arbeitsplätze von Zahl und Volumen der Aufträge und nicht von den Kündigungsmöglichkeiten abhängen.
In seiner Laudatio auf Josef Kaiser bedankte sich Urmann beim Jubilar, aber ganz besonders auch bei dessen Frau Anneliese, die über so viele Jahre immer Verständnis für die gewerkschaftliche Tätigkeit aufbringen konnte. Neben der Führung des Ortsverbands war Kaiser seit 1965 als Vorstandsmitglied der Verwaltungsstelle Passau tätig. Im März 1979 wurde er zum 2. Vorsitzenden gewählt und von März 1985 bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben im Jahr 2000 war er Vorsitzender. Von 1963 bis 1965 war er Betriebsrat in einem Granitunternehmen, ehe er in einen Baubetrieb nach München auspendelte.
Als Anerkennung für langjährige gewerkschaftliche Tätigkeit wurde Josef Kaiser im Februar 2001 mit der Hans-Böckler-Medaille ausgezeichnet. Viel Spaß beim Lesen wünschte ihm Urmann bei der Übergabe einer Sammlung von knapp 100 Berichten aus der PNP vom Ortsverband Tittling in den 30 Jahren.
Kaiser stellte fest, dass er als Gewerkschafter oft einen harten Stand hatte, doch wolle er die langen Jahre als Funktionär nicht missen. Sein persönlicher Einsatz und die Erfolge, die er für die Gewerkschaftskollegen erzielen konnte, hätten ihn mit Freude erfüllt.
Urmann und Kaiser zeichneten langjährige Gewerkschaftsmitglieder aus: für 50 Jahre Karl Krenn aus Saldenburg, für 40 Xaver Geissinger, Egon Hundsrucker und Karl Peschl, alle aus Tittling, für 25 Herbert Binder, Friedhelm Hantke, Ludwig Pongratz und Hermann Wagner aus Saldenburg, Franz Ehrenthaler, Mehmet Dikmen, Reinhard HödI, Franz Kern, Franz Klugseder und Alfons Streibl aus Tittling, Josef Maier aus Ruderting und Erich Schreindl aus Witzmannsberg.

Aus: PNP, Passau-Land, 11.3.2003

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Mit neuem Prospekt gegen sinkende Gästezahlen

Gemeinderat will Entwurf der Werbeagentur Venus jetzt bei Vermieterversammlung präsentieren

Bischofsmais (bb). Mit Tourismusangelegenheiten hat sich der Bischofsmaiser Gemeinderat ausführlich befasst - mehr als zwei Stunden dauerte dieser Tagesordnungspunkt. Bis zum Herbst soll für das Tourismusgebiet Bischofsmais ein neuer Prospekt erstellt werden. Der Auftrag war bereits vor einigen Wochen an die Werbeagentur Venus aus Bogen gegangen. Die Vorgaben des Gemeinderates lauteten: Sommer und Winter in einem Prospekt, gezielte Werbung für Familien mit Kindern, Hauptfarben grün, orange und blau und eine neue Aufgliederung für die inserierenden Gästehäuser und Pensionen.
Die Agentur stellte zunächst nur das Konzept dar. Dann wurden noch einige Anregungen des Gemeinderates aufgenommen. Die EDV erlaubt es, auch noch kurzfristig Änderungen in Bild und Text einzuarbeiten.
Schließlich einigte man sich darauf, dass der Entwurf des Werbematerials in einer Vermieterversammlung vorgestellt und dabei gleichzeitig schon um die Interessenten geworben wird. Dem Gemeinderat soll im Mai eine Form des endgültigen Prospektes vorgelegt werden.
Die Kosten von etwa 35 000 Euro, inklusive 20 000 Stück Prospekte, werden zu zehn Prozent von der Gemeinde getragen, der große Anteil wird auf die Inserenten umgelegt.

Übernachtungen:
fünf Prozent minus

Tourismuschef Max Englram trug dann die Übernachtungszahlen und Gästeankünfte des Vorjahres vor. Die 260 000 Übernachtungen bedeuten ein Minus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr, und auch die Gästeankünfte waren um 2000 Personen weniger. Die Wintergäste machen immerhin knapp 40 % der Übernachtungen aus. Einige Pensionen und Gästehäuser haben aber noch Zuwachsraten.
Bereits vor einigen Wochen wurde das Ergebnis der Sommerbefragung durch Centouris (Uni Passau) vorgestellt. Im Gemeinderat war man sich einig, dass nur eine gezielte Umsetzung der Ergebnisse die Kosten der insgesamt zweijährigen Untersuchung rechtfertigt.
Als Empfehlung an den Haushalts- und Finanzausschuss wurden die Zahlen zum Haushalt des Touristikbüros weitergegeben. Man will in Einnahmen und Ausgaben einen Gleichstand erzielen, und dazu wird eine dauernde Haushaltsüberwachung notwendig sein.

30 000 Euro für Hallenbad-Nutzung

An der Jubiläumsveranstaltung "30 Jahre Ferienpark" im August beteiligt sich die Gemeinde mit 300 Euro. Auch die Hallenbadbenutzung im Ferienpark für Schulkinder und Einheimische sowie für die Feriengäste mit Gästekarte ist wieder gesichert. Insgesamt 30 000 Euro kostet dies die Gemeinde.
Im Juni finden rund um Bischofsmais und den Geißkopf mehrere Deutsche Meisterschaften im Mountainbiking statt. Für Cross Country, Downhill, Trial und Marathon gibt die Gemeinde 5000 Euro an Zuschüssen aus. Einzelne Rennen sind gleichzeitig auch Qualifikationen für die Olympischen Spiele 2004.
aus: Bayerwald-Bote, Regen, 11.3.2003

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Hartz&Co.: Das Arbeitsamt informiert

Regen (bb). Mit dem Stichwort "Hartz" oder "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" sind auch neue Chancen in der Arbeitsförderung verbunden. Um dem Informationsbedarf gerecht zu werden, hat die Bundesanstalt für Arbeit eine Info-Hotline eingerichtet. Die bundesweit einheitliche Rufnummer lautet 01805-2200 (Montag bis Sonntag von 7-22 Uhr erreichbar, 12 Cent/Minute im Festnetz). Informationen gibt es zu folgenden Themen: Ich-AG, Job to Job-Vermittlung, Frühzeitige Arbeitssuche, Aktivzeit, Personal-Service-Agentur, Mini Jobs, Geringfügige Beschäftigung, Eingliederung Älterer.

Aus: Bayerwald-Bote, 11.3.2003

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Öffentlicher Dienst: Infos für Abiturienten

Regen/Deggendorf (bb). In ihrer Informationsreihe "Studium - Beruf" bietet die Berufsberatung für Abiturienten und Hochschüler eine Informationsveranstaltung zum Thema "Berufsfeld öffentlicher Dienst" am morgigen Mittwoch, 12. März, um 14 Uhr im Comenius-Gymnasium Deggendorf, Jahnstraße 8, an. Als Referenten und Gesprächspartner stehen H. Schellakowsky vom Landespersonalausschuss Bayern und H. Profendiner von der Sparkasse Deggendorf Rede und Antwort.

Aus: Bayerwald-Bote, 11.3.2003

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Das Finanzamt informiert:
Mini-Jobs ohne Freistellung

Viechtach (hl). Das Finanzamt ist um eine positive Pressearbeit bemüht - zum einen, um die Distanz zum Bürger zu verringern, zum anderen aber auch, um über Neuerungen im Steuerrecht zu informieren. Unter dem Titel "Das Finanzamt informiert" bringen wir deshalb in unregelmäßigen Abständen Informationen über aktuelle Steuerrechtsänderungen. Heute geht es um die Freistellung für sogenannte Mini-Jobs.
Die bisherige Regelung über 325-Euro-Arbeitsverhältnisse, bei der dem Arbeitgeber eine Freistellungsbescheinigung vorzulegen ist, damit er den Lohn steuerfrei auszahlen darf, läuft zum 31. März aus.
Ab 1. April tritt die Neuregelung für Mini-Jobs an deren Stelle. Danach darf das monatliche Arbeitsentgelt 400 Euro betragen und ist keine Freistellungsbescheinigung mehr erforderlich, damit der Lohn ohne Abzüge ausbezahlt werden darf. Bedeutsam ist auch, dass der Mini-Job künftig wieder neben einer Hauptbeschäftigung als geringfügige und damit steuerbegünstigte Beschäftigung ausgeübt werden kann. Außerdem darf die wöchentliche Arbeitszeit jetzt auch mehr als 15 Stunden betragen und entfällt die Stundenlohngrenze von zwölf Euro.
Der Arbeitgeber führt neben Sozialversicherungsbeiträgen lediglich eine pauschale Lohnsteuer von zwei Prozent ab. Bei dieser Pauschalsteuer handelt es sich um eine Abgeltungssteuer, das heißt der Arbeitslohn bleibt bei der Einkommenssteuerveranlagung außer Betracht. Über weitere Einzelheiten gibt ein Info-Blatt Auskunft, das bei den Service-Zentren des Finanzamts Zwiesel und der Außenstelle Viechtach erhältlich ist.

Aus: Viechtacher Bayerwald-Bote, 11.3.2003

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Optimistische Prognosen bei Ludwig Ortmeier GmbH
Die Passauer Ludwig Ortmeier GmbH hat nach eigenen Angaben 2002 den Umsatz steigern können. Wie Andreas Ortmeier, Prokurist der Planen- und Zeltefabrik, mitteilte, seien im Vorjahr 2,5 Millionen Euro erwirtschaftet worden, davon ein Drittel allein von der Automobilsparte der Firma. Ortmeier stellt unter anderem Schutzdecken für die Rückbank von Autos her. Während dieser Bereich um zehn Prozent gestiegen ist, sei die Produktion von LKW-Planen aber zurückgegangen. Die Ludwig Ortmeier GmbH hat eigenen Angaben zufolge in den vergangenen vier Jahren deshalb den Mitarbeiterstamm von 40 auf 25 reduziert sowie Produktion, Verwaltung und Kundenberatung im Werk Patriching bei Passau gebündelt. Jedoch: Bei anhaltend guter Entwicklung denkt man laut Ortmeier daran, künftig Ausbildungs- und weitere Arbeitsplätze zu schaffen.   (beh)

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K&L Ruppert setzt auch in Ostbayern mehr um
"Steigende Verkaufszahlen auch in Ostbayern trotz schwieriger Situation in der Textilbranche" meldet K&L Ruppert. Dem Familienbetrieb gehören 38 Filialen mit 2000 Mitarbeitern an. In den Filialen Deggendorf, Pfarrkirchen, Passau, Straubing, Mühldorf und Landshut kümmern sich Unternehmensangaben zufolge 260 Mitarbeiter um die Kunden — auf 15 200 Quadratmetern Verkaufsfläche. Wie Pressesprecherin Ursula Moses mitteilte, habe der Gesamtkonzern im vergangenen Jahr über 17 Millionen Artikel verkauft. "Damit sind die Artikelumschlagszahlen im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen", sagt sie.    (beh)

Aus: PNP-Online, 11.3.2003

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Handwerk sieht Ostbayern in großer Gefahr

Kammer: Viele Betriebe können sich wegen der Wirtschaftskrise für die EU-Osterweiterung nicht fit machen

von Alois Schießl
Regensburg. Die derzeitige Wirtschaftskrise ist nach Meinung der Handwerkskammer (HWK) Niederbayern/Oberpfalz für Ostbayern besonders gefährlich.
Dies betonte HWK-Hauptgeschäftsführer Toni Hinterdobler am Donnerstag am Rande des HWK-Jahresempfangs der Wirtschaft in Regensburg im Gespräch mit der PNP. Die wirtschaftliche Situation der meisten ostbayerischen Handwerksbetriebe sei miserabel. Vielfach würden keine ausreichenden oder überhaupt keine Gewinne mehr geschrieben. "Und dabei müssten die Betriebe richtig Geld verdienen, damit sie sich fit machen könnten für die bevorstehende EU-Ost-erweiterung", sagte Hinterdobler.
Die EU-Osterweiterung werde zu mehr Konkurrenz und Preisdruck führen. Wer Massenprodukte produziere, werde es künftig sehr schwer haben. Dazu komme, dass auch immer mehr große Unternehmen mit ihren Töchtern in Auftragssegmente vorstoßen würden, die bisher der Mittelstand abgedeckt habe. Das treffe ebenfalls Ostbayern besonders, da es hier überwiegend kleine Firmen gebe. "Unsere Betriebe müssen also noch mehr als bisher auf neue Produkte und Dienstleistungen sowie auf Nischenmärkte setzen. Das aber

"Viele Betriebe schreiben Verluste"

setzt zum Teil hohe Investitionen in Mitarbeiterfort- und -weiterbildung, in neue Maschinen sowie in die Markterschließung voraus", so Hinterdobler.
Mit der Fähigkeit zu Investitionen aber sehe es derzeit mehr als düster aus. "Viele Betriebe verdienen nichts und die Banken verweigern die notwendigen Gelder", klagte Hinterdobler.
"In dieser Situation hilft nur ein schneller Wechsel der Wirtschaftspolitik, der die Konjunkturkrise beendet und der dazu führt, dass die Betriebe wieder Geld für Investitionen ansammeln können", betonte Hans Stark, der neben Franz Prebeck Präsident der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz ist.
Was fehle, seien Botschaften seitens der Politik, die dazu führten, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder an eine bessere Zukunft glaubten. Nur das würde die derzeitige Konsumzurückhaltung beenden und zu mehr Aufträgen für die Firmen führen.
Mit "Spannung, aber leider wenig Hoffnung" blicken Stark und Hinterdobler der Rede von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am 14. März entgegen. In einer Regierungserklärung will der Kanzler dabei Vorschläge zur wirtschaftlichen Erholung und zum Abbau der Arbeitslosigkeit präsentieren. "Soll die Rede etwas bezwecken, muss Schröder dabei deutlich machen, dass er der Wirtschaft Priorität einräumt und sich endlich aus der Umklammerung durch die Gewerkschaften löst", sagte Stark.

"Steuerreform muss vorgezogen werden"

Außerdem müsse er ein Gesamtkonzept präsentieren mit klaren Vorgaben zum Abbau von Lohnzusatzkosten, Steuern, Bürokratie und Gesetzen und Verordnungen, die die Betriebe über Gebühr behinderten. Am besten sei ein Vorziehen der wegen der Hochwasserhilfe verschobenen weiteren Schritte der Steuerreform. Und Toni Hinterdobler betonte: "Auf jeden Fall muss Schröder deutlich machen, dass es keine weiteren Steuererhöhungen, auch nicht bei der Mehrwertsteuer, gibt."
Sowohl Stark als auch Hinterdobler sprachen sich gegen ein spezielles Konjunkturprogramm aus, forderten aber, dass Kommunen und Länder in die Lage versetzt werden müssten, dass sie ihre Aufgaben im Bereich Infrastruktur wieder erfüllen könnten. Für Ostbayern sei zudem notwendig, dass Grenzregionen auch nach 2006 noch gefördert werden können.
Falls es in der rot-grünen Wirtschaftspolitik zu keinem schnellen und durchgreifenden Paradigmenwechsel komme, sehe es für die Wirtschaft allgemein und die ostbayerische insbesondere auch 2003 düster aus. Hans Stark: "Die Lage war 2002 so schlecht wie in den vergangenen 40 Jahren nicht. Und kommen seitens der Politik keine Impulse, dann wird dieses Jahr noch schlechter."
Davon gingen in Regensburg auch weitere PNP-Gesprächspartner aus wie Erich Sennebogen, Ehrenpräsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Er bezeichnete die derzeitige Situation der ostbayerischen Wirtschaft als noch schlechter als die Mehrheit der Bevölkerung an sich schon meine. "Nur eine radikale Wende in der Wirtschaftspolitik kann verhindern, dass sich die Lage 2003 noch weiter verschlimmert", so Sennebogen. Schröder müsse jetzt hart durchgreifen und die notwendigen Reformen gegen alle Blockierer aus den Gewerkschaften und in der eigenen Partei durchsetzen.
Jürgen Tanne, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Unternehmensführung im ostbayerischen Handwerk, der bei Straubing eine Kunststoff verarbeitende Firma mit 35 Mitarbeitern betreibt, ist über die wirtschaftliche Situation der Region ebenfalls besorgt: "Die Einbrüche in den Firmen sind enorm. Und es wollen sich keine Zeichen für einen Aufschwung zeigen. Schröder muss nun Zeichen setzen, indem er etwa die Steuerreform vorzieht", sagte Tanne.
Manfred Eiberweiser, Obermeister der Kfz-Innung Niederbayern, beklagte, dass der einzige Bereich, der in Ostbayern starkes Wachstum verzeichnen könne, die Schwarzarbeit sei. Der könne nur wirksam begegnet werden, wenn endlich die Steuer- und Abgabenbelastung gesenkt werde.
In Niederbayern gibt es derzeit rund 16 900 Handwerksbetriebe, die rund 100 000 Menschen beschäftigen. Sie erwirtschaften einen Jahresbrutto-Umsatz von rund zehn Milliarden Euro.

Aus: PNP, 8.3.2003

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Eine Firmengründung ist nicht leicht...

...wenn Behörden nicht mitspielen — Erfahrungen eines Bad Birnbachers

von Bernd Hones
Pfarrkirchen. Wir brauchen mehr Unternehmer, sind sich Arbeitsmarkt-Experten einig. Wie schwierig es jedoch für Arbeitslose sein kann, für die Firmengründung die Unterstützung von Behörden zu bekommen, zeigt das Beispiel Hans Frank.
Der 46-jährige Bad Birnbacher ist vor zwei Jahren arbeitslos geworden, hat sich dann zum Informatik-Kaufmann ausbilden lassen. Nach erfolgreichem Abschluss stand für ihn fest: "Ich mache mich selbständig."
Frank will eine Computer-Firma gründen, mit Rechnern und Druckern handeln. Er beantragt Überbrückungsgeld beim Arbeitsamt Pfarrkirchen - insgesamt 15 000 Euro hätte er bekommen können. Ein Steuerbüro stellt einen Businessplan auf. Resümee: Erfolg versprechendes Konzept.
Am Arbeitsamt Pfarrkirchen sieht man das anders. "Der vorgelegte Businessplan ist hinsichtlich der Aussagen zur Umsatz- und Gewinnprognose nicht schlüssig", heißt es im Ablehnungsschreiben. Franks Steuerberaterin kann das nicht glauben, ruft sofort beim Arbeitsamt an. Herr Frank mache sich nur selbständig, weil in ein paar Tagen das Arbeitslosengeld endet, habe die zuständige Arbeitsamts-Mitarbeiterin ihr gegenüber gesagt, bestätigt sie gegenüber der PNP.
Frank konsultiert einen Unternehmensberater, lässt einen zweiten Businessplan aufstellen. "Aufgrund der Marktsituation sowie der persönlichen Eignung von Herrn Frank sehe ich für das Vorhaben gute Chancen, nachhaltigen Erfolg zu erzielen", fasst der Unternehmensberater in seiner Schlussbemerkung zusammen. Und dennoch: Das Arbeitsamt lehnt erneut ab. "Die Dame vom Arbeitsamt hat meinem Unternehmensberater erzählt, ich könne noch fünf Konzepte mit 100 Seiten und schönen Bildern einreichen...Sie hätte alle abgelehnt", erzählt Frank. Die Beschuldigte weist diesen Vorwurf von sich: "Ich kann mich an dieses Gespräch nicht mehr erinnern. Wer solche Aussagen trifft, soll das erst beweisen."
Frank glaubt an persönliche Gründe für die Ablehnung, beschwert sich beim Landesarbeitsamt, klagt vor dem Sozialgericht.
Mittlerweile, nachdem die PNP in dem Fall recherchierte, kümmert sich Erwin Weber, Teamleiter am Arbeitsamt in Pfarrkirchen, um Hans Frank. "Ich habe Herrn Frank vorgeschlagen, nochmal eine fachkundige Stelle aufzusuchen - die IHK oder das Hans-Lindner-Institut. Stimmten die seinem Konzept zu, bekäme er Überbrückungsgeld.
Hans Frank ist mittlerweile selbständig. Eigenen Angaben zufolge hat er 50 Kunden. "Ich mache noch keinen Gewinn, aber ich kann meine Kosten decken", erzählt er. Und trotzdem: "Das Überbrückungsgeld könnte ich gut brauchen."

Aus: PNP, 8.3.2003

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IHK: Die Region fühlt sich von Schröder allein gelassen

Präsident Thiele fordert vom Kanzler Unterstützung

von Alois Schießl
Passau. Gerhard Thiele, Präsident der Industrie- und Handelskammer für Niederbayern, wirft Bundeskanzler Gerhard Schröder vor, die Befürchtungen Ostbayerns hinsichtlich der EU-Ost-erweiterung nicht ernst genug zu nehmen.
Schröder seien die Gefährdungen, die die EU-Osterweiterung für Grenzregionen mit sich bringe, genau geschildert worden, teilte Thiele mit. Die deutschen Randgebiete müssten mit enormen Wettbewerbsverzerrungen rechnen. "Nach der Erweiterung werden Niedriglohnländer mit Höchstförderung wie Tschechien oder Polen auf Höchstlohnländer mit Niedrigstförderung wie Ostbayern stoßen. Das wird viele Betriebe bei uns in große Schwierigkeiten bringen", so Thiele.
Bundeskanzler Gerhard Schröder habe in einer Stellungnahme auf diese Befürchtungen lediglich mit dem Hinweis, dass es bei solchen Prozessen immer Gewinner und Verlierer gebe, reagiert. "Das ist eindeutig zu wenig", sagte Thiele. Der Bund solle vielmehr dem Beispiel Bayerns folgen und "Ertüchtigungsprogramme" auflegen, mit denen sich die Betriebe fit für die Erweiterung machen könnten. "So aber fühlt sich die Region von Bundeskanzler Schröder allein gelassen", sagte Thiele.
Welche Probleme unterschiedliche Steuer- und Fördersätze brächten, zeige das Beispiel des Tankstellen-Tourismus zwischen Österreich und Ostbayern.

Aus: PNP, 8.3.2003

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Bisher lediglich 27 Ich-AG-Gründer in Ostbayern>

Arbeitsämter dennoch zufrieden — Weiteres Ziel: Durchschnittliche Arbeitslosendauer um eine Woche senken — Singles müssen flexibler werden

von Bernd Hones
Passau. Knapp 50 000 Menschen haben im Bereich der Arbeitsämter Deggendorf, Passau und Pfarrkirchen keine Arbeit. So viele Arbeitslose gab es seit Ende der 70er nicht mehr. Ein Negativ-Rekord auch bei den gemeldete Stellen: davon gibt es nicht einmal 2800. Die Projekte aus der Hartz-Reform — Job-Center, Personal-Service-Agenturen und Ich-AGs — sollen die Quote drücken. von Bernd Hones
Passau. Knapp 50 000 Menschen sind im Bereich der Arbeitsämter Passau, Deggendorf und Pfarrkirchen ohne Arbeit. So viele Arbeitslose hat es seit Ende der 70er Jahre nicht mehr gegeben. Dem gegenüber stehen gerade einmal 2800 freie Stellen. Ein Hoffnungsschimmer: Die Arbeitsämter setzen auf die Projekte aus der Hartz-Reform — Ich-AGs, Personal-Service-Agenturen und Job-Center. Damit soll die Arbeitslosenquote gedrückt werden.
Einen neuen Weg aus der Arbeitslosigkeit nehmen Ich-AG-Gründer, Personen, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig machen. Sie erhalten im ersten Jahr 600, im zweiten 360 und im dritten 240 Euro Zuschuss vom Staat. Dafür dürfen nicht mehr als 25 000 Euro verdienen und müssen sie sich selbst versichern. Angestellte beschäftigen — das ist tabu. Die Voraussetzung: Ich-AG-Gründer müssen bereits Arbeitslosengeld oder -Unterstützung erhalten haben.
Neun mal haben bisher Arbeitsamtsmitarbeiter im Bereich Passau das Antragsformular für die Ich-AG bereits bewilligt, 30 weitere Anträge liegen den Angaben nach vor. In Deggendorf hat es seit Anfang des Jahres acht Firmengründungen aus diesem Fördertopf gegeben, in Pfarrkirchen zehn. "Wir brauchen für die Bearbeitung vollständiger Anträge weniger als zwei Wochen", sagt der Passauer Kundenbereichsleiter Hermann vom Berg (siehe auch Beispiele im Kasten). Die relativ geringe Zahl von bisher nur 27 Ich-AG-Gründern schreckt ihn nicht: "Das läuft ja erst an, ich glaube schon an einen größeren Erfolg dieser Maßnahme", so vom Berg.

"Bei uns laufen Daten, und nicht die Kunden"

In Passau, Deggendorf und Pfarrkirchen in Betrieb: die Job-Center. Arbeitsvermittler und Mitarbeiter des Sozialamtes setzen sich Tür an Tür für arbeitsfähige Sozialhilfeempfänger ein. Damit soll das Herumschieben der Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger vom einen zum anderen Amt vermieden werden. "Bei uns laufen die Daten, und nicht die Kunden", sagt Jutta Müller, Kundenbereichsleiterin am Arbeitsamt Pfarrkirchen. Was teilweise noch umgesetzt werden müsse: Betreuung speziell für Jugendliche und Suchtberatung, das heißt: die Zusammenlegung aller Sozialbehörden.
Die Personal-Service-Agenturen, kurz: PSAs, sind unabhängige Verleihfirmen. Sie übernehmen Arbeitslose vom Amt und verleihen sie an Unternehmen weiter. Je schneller die Agenturen ihre Klientel vermitteln, desto höher fällt die Prämie aus.

Private Verleihfirmen übernehmen Arbeitslose

Für Arbeitslose heißt das erstens: Sie erhalten einen festen Lohn von der Verleihfirma, deren Profit sich daran bemisst, wie viele Arbeitslose sie wieder in den Job bringen. Und zweitens: Es wird mit Volldampf an der Vermittlung gearbeitet. Denn worauf die Ämter hoffen ist der Klebe-Effekt: Bewähren sich die Leiharbeiter, sind die Chancen auf einen festen Vertrag gut. Die Arbeitsämter Passau, Deggendorf und Pfarrkirchen wollen insgesamt neun Personal-Service-Agenturen einsetzen. Die Ausschreibung läuft.
Neu sind seit Hartz auch die Zumutbarkeitsanforderungen: Singles ohne rechtliche Bindung wird zugemutet, einen Job in München oder Hamburg anzunehmen, wenn es dort eine passende Stelle gibt.
Und: Bereits einen Tag nach Erhalt der Kündigung müssen sich die Menschen bei ihrem Arbeitsamt melden. Ansonsten drohen Kürzungen beim Arbeitslosengeld. Meldet sich ein Besserverdiener erst zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung, werden ihm später vom ersten Arbeitslosengeld bis zu 700 Euro abgezogen. Maximal darf ihm das Arbeitsamt eine 1500-Euro-Strafe aufbrummen. Diese Regelung gilt ab 1. Juli 2003.
Knallharte Erfolgsansprüche stellen die Arbeitsämter künftig auch an die Aus- und Weiterbildungsträger: Die Arbeitslosen bekommen einen Bildungsgutschein, den sie frei nach Wahl bei einem zertifizierten Bildungsträger einlösen können. Stehen weniger als 70 Prozent aller Kursteilnehmer eines Lehr-Instituts ein halbes Jahr nach Abschluss der Ausbildung erneut oder immer noch ohne Job da, wird dem Bildungsträger das Zertifikat entzogen. Die Gutscheine legen Bildungsziel, Dauer und Qualifizierungsschwerpunkte individuell fest.
Gutscheine werden nur bei konkreter Arbeitgebernachfrage erteilt. Das heißt: Für die Alten- und Krankenpflege sowie manche IT-Berufe würden nach wie vor Gutscheine verteilt, sagt Udo Karro, stellvertretender Arbeitsamtsdirektor in Deggendorf. Für Büro-Hilfskräfte und die Baubranche sehe es allerdings schlecht aus. "Wir fördern keine Ausbildung in Branchen, in denen Stellen abgebaut werden."

15 neue Vermittler
für Ostbayern

Mehr Vermittler sollen sich um die Arbeitslosen kümmern: 2000 Neue werden deutschlandweit eingesetzt, Passau bekommt fünf, Deggendorf vier und Pfarrkirchen sechs zusätzliche Vermittler. "Die Neuen werden gezielt auf Arbeitgeber zugehen, damit uns alle freien Stellen gemeldet werden", sagt die Pfarrkirchner Kundenbereichsleiterin Jutta Müller.
Das Problem: "So sehr wir uns auch um kundenfreundliche, schnelle Vermittlung bemühen — wir können die Arbeitsplätze nicht selbst schaffen", sagt Udo Karro. "Momentan stellt eben fast keiner ein."
Trotz dieser prekären Lage sind die Ziele der Arbeitsämter aber klar abgesteckt. Laut Müller beträgt die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit in Deutschland 33 Wochen. "Eine Woche weniger würde 700 Millionen Euro sparen — das könnten wir mit dem neuen Konzept vielleicht schaffen."

Aus: PNP, 4.3.2003

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Kleiner Lichtstreif am trüben Konjunkturhimmel

Wirtschaftliche Stimmung in Ostbayern verbessert sich - Angst vor Irak-Krieg dämpft aber kurzfristige Erwartung

von Eva Fischl
Passau. Von einer nachhaltigen Besserung oder gar einem Aufschwung kann zwar noch nicht die Rede sein. Doch das aktuelle Votum der ostbayerischen Manager für die März-Ausgabe des Konjunkturbarometers verheißt zumindest einen kleinen Lichtstreif am trüben Konjunkturhimmel über der Region.
So stieg die Note für die aktuelle Stimmung auf eine 4,36 nach einer 4,39 im Februar und setzt ihren schwachen Aufwärtstrend fort. Leisen Optimismus lässt auch die Bewertung für die langfristige Erwartung aufkommen. Eine 3,82 vergaben die ostbayerischen Top-Manager für die voraussichtliche Stimmung in einem Jahr - eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vormonat, als die Wirtschaftslenker noch mit einer 3,93 votierten.
Damit decken sich die Erwartungen der Manager mit den Prognosen des ifo-Institutes in München, deren Geschäftsklimaindex im Februar spürbar gestiegen ist. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagte in seiner Analyse sogar, dass sich Anzeichen auf eine Wende zum Besseren hin verdichten würden.
Allein die kurzfristigen Aussichten erhielten in der März-Ausgabe des Konjunkturbarometers einen Dämpfer. Mit einer 4,54 für die Bewertung der nächsten drei Monate fiel die jüngste Prognose deutlich schlechter aus als noch die im Februar (4,46). Begründet wird dies vor allem mit einem drohenden Irak-Krieg in den nächsten Wochen und Monaten, der das weltweite Wirtschaftsklima sicherlich eintrüben könnte. Ein Manager sprach zum Beispiel von einer "unsicheren politischen Lage", ein anderer formulierte seine Ängste so: "Der bevorstehende Irak-Krieg und die Euro-Stärke wirken sich verstärkt auf die Nachfrage von Exportgütern aus, was zusammen mit der lahmenden Binnennachfrage zu weiteren Absatzrückgängen führt."
Ein wahrer Lichtblick ist hingegen die Einschätzung der Jury für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in der Region. Erstmals seit November vergangenen Jahres glauben wieder zwei Manager überhaupt an Einstellungen, einer votierte für unentschieden. Doch - und daran lässt sich nicht rütteln - die Mehrheit der Unternehmen , so glaubt zumindest die Konjunkturbarometer-Jury, denkt weiter eher an das Freisetzen von Mitarbeitern.
Neben dem zu erwartenden Krieg am Golf und den damit verbundenen Auswirkungen für die Weltwirtschaft machen den Unternehmern vor allem die Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik zu schaffen. Das Wort "Reformstau" bleibt weiter in aller Munde. Ein Manager kritisiert die "trotz der bekannten wirtschaftlichen Probleme unflexiblen Gewerkschaften und Betriebsräte", ein anderer die "fehlenden Signale der Politik".
Und der Grund für die anhaltende Flaute liegt für ein Jury-Mitglied vor allem darin: "Das fehlende Vertrauen in die Zukunft schlägt sich negativ auf das Konsumklima nieder."

Aus: PNP, 1.3.2003

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Tourismus: Freyung beklagt ein Minus von 12 %

Zahl der Übernachtungen ging um 37 000 zurück - Stärkste Einbrüche im Feriengebiet rund um den Geyersberg

von Andi Schloder
Freyung. Seit Jahren gehen die Übernachtungszahlen in der Kreisstadt nach unten - jetzt gibt es einen weiteren herben Schlag zu beklagen: Die Zahl der Übernachtungen im Jahr 2002 ist um weitere 37 000 von 315 000 auf 278 000 gesunken - ein Minus von fast zwölf Prozent. Den massivsten Einbruch hat der Geyersberg zu verzeichnen. Bürgermeister Peter Kaspar und Tourismuschef Ralph Koster nennen bei der Vorstellung der Tourismus-Statistik Freyungs für das Jahr 2002 keine Details. Aber es ist klar: Die "Giganten" am Geyersberg - der Ferienpark und die Kur-Klinik Bavaria - sind an der Talfahrt nicht unbeteiligt.
Die Geschäftsleitung der Klinik Bavaria bestätigt auf PNP-Anfrage einen "gewissen Rückgang" bei den Patientenzahlen. "Um 50 bis 60 Patienten gegenüber 2001", sagt Verwaltungsleiter Michael Busch - deshalb sei es im Herbst 2002 ja auch zu Kündigungen gekommen.
"Der Einbruch ist aber nicht gravierend - wir haben ja auch damit gerechnet. Die Zahlen im gesamten Gesundheitswesen sind rückläufig, und natürlich geht das an uns nicht vorüber."
Der Geschäftsführer des Ferienparks Geyersberg, Thomas Kopp, erklärt gegenüber der PNP, dass es in seinem Haus im Jahr 2002 ein Minus von über fünf Prozent gegeben hat. Insgesamt hatte die Ferienparkverwaltung über 90 000 Übernachtungen im Jahr 2002 verzeichnet. Gründe für den Rückgang? Kopp macht das Sommer-Hochwasser zum Schuldigen: "Wegen der Nähe zu Passau hatten wohl viele Urlauber gemeint, dass auch Freyung von den Fluten betroffen ist." Weiterhin verweist er auf die schwächelnde Konjunktur.
Wobei er überraschend keinen Gäste-Schwund bilanzieren muss: Es sei zu beobachten, dass im Vergleich zu 2001 sogar mehr Urlauber in den Ferienpark kamen - "die bleiben aber nicht mehr so lange wie früher", sagt Kopp.
Mit dem starken Rückgang der Übernachtungen um 37 000 (exakt: 11,74 Prozent) ist Freyung im Vergleich zu den anderen Landkreisgemeinden "weit im unteren Drittel", wie Bürgermeister Peter Kaspar es ausdrückt. Landkreisweit gingen die Übernachtungen der vorläufigen Jahresstatistik zufolge "nur" um 5,2 Prozent zurück.
Dabei sah es bis Ende Juni eigentlich noch einigermaßen gut aus für die Kreisstadt. Die Tourismusverwaltung hatte zwar schon prognostiziert, dass die Übernachtungen an sich zurückgehen werden, aber dem Minus von 5000 Übernachtungen im ersten Halbjahr war man noch zufrieden. "Und dass, obwohl wir im Januar einen Rückgang um 65 Prozent hinnehmen mussten", sagt Kaspar, "doch der Mai mit einem Plus von 21 Prozent und der Juni mit 15 Prozent ließen uns optimistischer in das Jahr schauen".
Der Optimismus wich ab Juli: In der zweiten Jahreshälfte brachen 32 000 Übernachtungen weg.
Was könnte für diesen deutlichen Rückgang verantwortlich sein? Bürgermeister Peter Kaspar verweist auf das Ergebnis der Urlauber-Sommerbefragung, die von Centouris - dem Centrum für marktorientierte Tourismusforschung der Uni Passau - durchgeführt wurde. In den Orten Waldkirchen, Freyung, Grafenau und Schönberg wurden Urlauber zu ihrem Aufenthalt befragt. Das Ergebnis war für Freyung eine Watsch'n: Die Freyunger Urlauber waren am wenigsten zufrieden. Eine wichtige Rolle spielte hier der Zustand der Unterkünfte - der ist in Freyung laut Umfrage am schlechtesten.
Auch über die mangelnde Freundlichkeit der Bürger gibt es für die Gäste was zu meckern. Und sie erwarten sich von der Kreisstadt ein besseres Freizeitangebot bei schlechtem Wetter, mehr Unterhaltungsangebote, eine Verbesserung der Verkehrssituation und einem besseres Wellness-Programm.
Für Kaspar ein beunruhigendes Ergebnis: "Der Urlauber sucht Qualität, und dafür zahlt er. Wir müssen schauen, dass er die auch bekommt." Das sei aber seiner Meinung nach in erster Linie die Aufgabe der Anbieter, die Stadt könne nur die Infrastruktur schaffen.
Kaspar kritisiert auch die Meldemoral einiger Vermieter. Hintergrund ist die Meldepflicht der Gastgeber an die Stadt, wenn sich ein Urlauber zum Aufenthalt einträgt. Mit diesen Meldungen können dann die Übernachtungszahlen im Laufe eines Jahres errechnet werden. Einzelne Vermieter nehmen laut Kaspar ihre Meldepflicht nicht so ernst - es gehen Meldescheine ab, die die Übernachtungs-Statistik der dem tatsächlichen Stand entsprechend verbessern würden.
"Es sind aber nur wenige schwarze Schafe, die Masse der über 80 Freyunger Vermieter meldet ihre Gäste ordnungsgemäß", bekräftigt Tourismuschef Ralph Koster.
Eine Verbesserung könnte der Meinung von Bürgermeister und Tourismus-Chef nach ein "Meldeschein-Kontrolleur" bringen - "so wie es in einigen Landkreisgemeinden vor Jahren schon einmal ausprobiert wurde und bestens funktioniert hatte", meint Koster.
Auch die Zeit spielt eine Rolle: Bei Teilen der Feriensiedlung in Hermannsau läuft die touristische Bindung aus. Das heißt: Es wurde beim Bau der Anlage vereinbart, dass die Häuser 30 Jahre touristisch genutzt, also vermietet werden. "Nach Ablauf des Vertrages ist es schwer, eine erneute touristische Bindung zu erreichen", sagt Peter Kaspar. Die Häuser dienen dann meistens als Zweit-Wohnsitz - somit ein weiterer Grund, warum in Freyung die Übernachtungszahlen zurückgehen.

Aus: PNP, Freyung, 12.3.2003

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Vortrag über "Ich-AG" und Existenzgründer

Regen/Grafenau (bb). Der neu gegründete FDP-Kreisverband veranstaltet zusammen mit der FDP Freyung-Grafenau ein Forum mit Vorträgen zu den Themen Existenzgründung, Ich-AG und Wirtschaftsförderung. Es findet am 18. März ab 18.30 Uhr im Gebäude K 3 der Firma Häring in Elsenthal bei Grafenau statt.

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Gut informiert in schwierigen Zeiten: Seminarreihe für den Mittelstand

Von Konflikt- und Beschwerdemanagement bis zum Arbeitsrecht

Regen (igf). Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten setzen die Mittelstandsunion der CSU, die Wirtschaftsjunioren und das Wirtschaftsforum auf Fortbildung. Bis Jahresende bieten sie sechs Seminare für den Mittelstand an. Themen sind unter anderem Konflikt-, Kosten- und Beschwerdemanagement, Regen (igf). Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten haben Unternehmer, die gut informiert sind, bessere Karten als ihre Mitbewerber. Deshalb bieten die Mittelstandsunion der CSU, die Wirtschaftsjunioren und das Wirtschaftsforum bis zum Jahresende sechs öffentliche Seminare an.
Die Seminarreihe beginnt am Samstag, 29. März. Dann spricht der Notar Dr. Dr. Herbert Grziwotz über "Erfolgreiche Verhandlungsführung und Konfliktmanagement". Der Notar erläutert dabei unter anderem die wesentlichen Punkte des Harvard-Konzepts "Getting to yes", stellt Regeln für einen fairen Verhandlungsablauf vor und nennt Instrumente des Konfliktmanagements.
Als Beispiele beschäftigt sich Dr. Dr. Grziwotz auch mit Themen wie Scheidung, Nachbarstreit oder Nachfolge beim Familienunternehmen.
Die Sozialpädagogin und geprüfte Transaktionsanalytikerin Katharina Kugler referiert am 26. April über das Thema "Beschwerdemanagement: Beschwerde als Chance".
Der Regener Ralf Peter, Richter am Oberlandesgericht München, steht am 31. Mai am Rednerpult und spricht über "Das neue Schadensersatzrecht und Verjährungsrecht".
Nach der Sommerpause informiert am 27. September der Rechtsanwalt Franz Hollmayr über "Neues vom Arbeitsrecht".
Steuerberater Hubert
Gernoth informiert am 25. Oktober über den Themenbereich "Kostenmanagement - Der Umsatz geht, die Kosten bleiben?!"
Hintergründe und praktische Tipps rund um das "Konfliktgespräch" liefert Katharina Kugler am 8. November zum Abschluss der Seminarreihe.

Die Vorträge sind öffentlich und finden jeweils von 9 bis 14 Uhr im Baderhaus in Bischofsmais statt. Jeweils bis eine Woche vor der Veranstaltung nimmt Marie-Luise Kolmer, Tel. 09920/902041, e-mail: kolmerwohnbau@t-online.de Anmeldungen entgegen.

Aus: Bayerwald-Bote, 20.3.2003

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